Lutherkirche in Duisburg-Obermarxloh ist nun ein Denkmal

Außenansicht der ev. Lutherkirche, Wittenberger Straße 15.
Außenansicht der ev. Lutherkirche, Wittenberger Straße 15.
Foto: WAZ FotoPool
Im kommenden Jahr feiert die evangelische Bonhoeffer-Gemeinde das 100-jährige Bestehen des Gotteshauses in Obermarxloh.

Duisburg-Obermarxloh..  Die evangelische Lutherkirche an der Wittenberger Straße in Obermarxloh wird inklusive Gemeindezentrum unter Denkmalschutz gestellt. Das beschloss die Bezirksvertretung Hamborn einstimmig.

Die zur Evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde gehörende Kirche feiert im kommenden Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Im Mai 1912 begannen die Bauarbeiten für das stattliche Gotteshaus. Im September des selben Jahres legte die gemeinde den Grundstein, und gerade mal acht Monate danach wurde die Kirche auch schon eingeweiht.

Nötig wurde der Bau eines Gotteshauses in Obermarxloh, weil die bestehende Gemeinde Marxloh (Kreuzeskirche, eingeweiht 1905) zu groß geworden war. Durch die immense Zuwanderung zu Beginn der Industrialisierung wuchs die Zahl der Bürger rasant an, die Kreuzeskirche wurde bald zu klein. Also dachte man schon 1909 über die Gründung einer weiteren Kirche nach – und erhielt von Gutsbesitzer Wilhelm Tellmann das Grundstück an der Kreuzung Kanalstraße (heute Wittenberger Straße) und Wittbachstraße. Die Gewerkschaft Deutscher Kaiser, sprich: das Hamborner Bergwerk, zeigte sich spendabel. Die Püttleitung stellte der Kirchengemeinde 20 000 Mark als Bauzuschuss zur Verfügung. Und so konnte rasch mit der Errichtung des zweischiffigen Gotteshauses begonnen werden.

Zunächst blieb Obermarxloh eine „Filiale“ der Marxloher Gemeinde. 1950 war die Zahl der Protestanten aber so stark gewachsen, dass Obermarxloh von Marxloh abgetrennt und eine selbstständige Gemeinde wurde. Vor ein paar Jahren wurden die Gemeinden – wie berichtet – wieder zusammengelegt, da die Zahl der Gläubigen deutlich abgenommen hat.

Im Zweiten Weltkrieg war die Kirche beschädigt worden, 1956 wurde sie durch den Architekten Richard Brosche erneuert. Damals erhielt sie einen Stahldachstuhl.

Wissenschaftler bezeichnen die Kirche als „malerisch“, weil sie trotz ihrer Schlichtheit an eine Kirchenburg erinnert. Besonders erwähnt werden die aus Anröchter Dolomit-Gestein (aber übermalten) stattlichen Portale mit ihren Reliefs. Eines zeigt den Reformator Luther.

Nicht nur die Außenhülle ist unter Denkmalschutz gestellt worden, sondern auch die Einrichtung. Dazu gehören die hölzerne Treppe zur ehemaligen Orgelempore, die historischen Türblätter und selbstverständlich auch die beiden großen Glocken mit Inschrift.

Der Bezirk rund um die Lutherkirche hat gut 4000 Mitglieder. Die einstmals selbstständige Gemeinde ist seit 2007 wieder Teil der Marxloher Gemeinde, die nun den Namen Bonhoeffers trägt.

 
 

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