Lichtermarsch und Trauertuch

Der Protest der katholischen Christen im Norden gegen die Schließung der Gemeinden St. Barbara und St. Norbert erreichte in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt. Foto: Udo Milbret/WAZ-FotoPool
Der Protest der katholischen Christen im Norden gegen die Schließung der Gemeinden St. Barbara und St. Norbert erreichte in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt. Foto: Udo Milbret/WAZ-FotoPool
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Der Protest der katholischen Christen im Norden gegen die Schließung der Gemeinden St. Barbara und St. Norbert erreichte in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt

Duisburg-Hamborn.. Der Protest der katholischen Christen im Norden gegen die Schließung der Gemeinden St. Barbara und St. Norbert erreichte in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt. Während für den Erhalt von St. Barbara bereits am Samstag ein Lichtermarsch stattfand, verhüllten Gemeindemitglieder von St. Norbert am Montag Teile ihrer Kirche mit Transparenten und einem schwarzen Trauervorhang.

Dennoch war es kein trauriger Protest, der sich rund um St. Norbert am grauen Montagnachmittag abspielte. Kindergartenkinder tollten im kniehohen Laub gegenüber des Pfarrhauses, während ihre Mütter mit großem Erfolg selbst gebackene Lebkuchen-Kirchenmäüse mit Marzipanöhrchen verkaufen.

Rund 100 Gemeindemitglieder und Bürger hatten sich am Nachmittag diskutierend, lachend und singend um das beeindruckende Kirchengebäude aus dem Jahre 1904 versammelt, an dem weiter fleißig gearbeitet wird.

Der Zusammenhalt der Menschen in der Gemeinde, sagt Elke Stöcking, KAB- und Gemeinderatsmitglied, sei besser denn je, was sich gerader während der Verhüllungsaktion gezeigt habe: „Das riesige schwarze Tuch, das wurde von einem Ehepaar gespendet. Einfach nur toll!“

Toll, großartig, fantastisch, sagt der aktive Katholik Gerhard Konitzer, sei die Zusammenarbeit der Menschen aus der Gemeinde während der Vorbereitung der Verhüllungsaktion gewesen: „Von der älteren Dame, die mit dem Rollator in die Gemeinde kommt, bis zum Kindergartenkind haben alle drei Tage lang Hand in Hand alle zusammengearbeitet, genäht und gestickt.“

Trotz der positiven, fröhlichen Stimmung kam dann bei Konitzer auch Bitterkeit auf: „Gerade die älteren Damen und Herren, die schlecht zu Fuß sind – da sagen dieser Bischof und seine Mitarbeiter einfach, die sollen doch zur nächsten Kirche laufen. Dreist, einfach dreist!“ Pfarrer Andreas Willenberg von St. Norbert ist besonders beeindruckt, dass der Protest der Gemeinde mittlerweile auch bis in die hintersten Ecken des Bistums vorgedrungen ist: „Der Gemeinderat hat Briefe an alle Pfarreien des Bistums verschickt, und sogar im Sauerland werden nun Unterschriften für uns gesammelt.“

Beeindruckend und bewegend wie bei St Norbert ging es am Samstag bereits rund um St. Barbara zu: Rund 300 Menschen aller Altersstufen, „bewaffnet“ mit Kerzen, Martinslaternen oder Grablichtern, versammelten sich am frühen Samstag Abend vor dem Portal, der von Schließung bedrohten, St. Barbara-Kirche in Röttgersbach. Mit einem Protestmarsch, begleitet von Gesängen und Gebeten setzten die Gemeindemitglieder ein Zeichen gegen die vor einigen Wochen bekannt gewordenen Schließungspläne des Bistums. Dem Zug voran getragen wurde ein mit schwarzem Stoff verhülltes Kreuz aus der Gemeinde St. Norbert. Am Samstagabend wurde auch deutlich, dass die Hamborner Katholiken gemeinsam gegen die Bistumspläne protestieren und sich nicht auseinanderdividieren lassen.

Beim Kampf um den Erhalt von St.Barbara geht es um den Kindergarten, die Jugendgruppen, die Seniorengruppe, den Bibelkreis, den Röttgersbacher Weihnachtsmarkt oder einfach nur die Sonntagsmesse. Wie es einige Teilnehmer sagten: Es stirbt ein Stück Heimat.

 
 

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