Lautlose Jäger überfliegen die Rheinaue in Duisburg-Walsum

Ein Seeadler.
Ein Seeadler.
Foto: dpa
In diesem Teil unserer Serie über Wildtiere in der Stadt geht es um Fisch- und Seeadler. Beide sind regelmäßig im Naturschutzgebiet anzutreffen.

Walsum.  Ungewöhnliche „Jäger“ sind in der Walsumer Rheinaue regelmäßig anzutreffen: Fisch- und Seeadler. Lautlos gleiten sie durch die Lüfte, stets nach Beute Ausschau haltend. Überwiegend sind es die mit teils weißen Schwingen und hellem Bauch gut erkennbaren Fischadler, so Randolph Kricke. Der städtische Artenschutzbeauftragte beobachtet die großen Raubvögel schon seit längerer Zeit, weiß, dass sie selbst im Winter in der Region bleiben, wenn es nicht zu kalt wird. Er ist sich sicher: „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Vögel auch hier brüten.“

Fischadler stürzen sich in den Fluss

Mit der Zivilisation kommen Fischadler laut Kricke gut zurecht. Selbst Straßen in der Nachbarschaft ihrer Jagdgebiete und Ausflügler machen ihnen nichts aus. „So lange das Nahrungsangebot reicht“, sagt Kricke. Und das tut es am Rhein und in der Aue allemal. Fischadler haben es – daher der Name – ausschließlich auf Fisch abgesehen. Oft beobachten sie den Fluss von einer Warte aus, schwingen sich in einem geeigneten Moment auf und stürzen sich dann pfeilschnell in die Fluten. Wenn sie einen Fisch mit ihren Krallen erwischen, tragen sie ihn mit kräftigen Flügelschlägen (mit denen sie das Wasser aus dem Gefieder schütteln) zum Horst. Dort verputzen sie meist nur den Kopf und den vorderen Teil des Körpers, der Rest landet am Boden und dient anderen Tieren als Futter.

Nur, wenn die Gewässer zufrieren, so Kricke, ziehen sie weiter nach Süden, ansonsten kommen sie hierzulande das ganze Jahr gut zurecht. Nur, wenn die bis zu gut 60 Zentimeter hohen Tiere mit Flügelspannweiten bis zu 170 Zentimetern keinen Frischfisch erbeuten, bedienen sie sich auch mal an Aas, das ans Ufer gespült wird.

Die Tiere sind nur im Sommer nicht in Duisburg anzutreffen. Dann halten sie sich in ihren Brutrevieren auf, die in Ostdeutschland liegen. Diese Vögel gelten inzwischen nicht mehr als gefährdet.

Seeadler folgen dem Rhein

Der Seeadler, ein noch wesentlich größeres Tier mit bis zu 240 Zentimetern Spannweite, ist der größte Greifvogel Deutschlands. Er ist nicht dauerhaft am Rhein anzutreffen, sondern nur auf der Durchreise. Oder, wie der Stadtbiologe Kricke sagt: „Als Nahrungsgast.“

Gerade in der Rheinaue findet er reichlich Futter: Zum einen fischt er im Fluss und in den Teichen, zum anderen sucht er auf den Wiesen nach Amphibien und Mäusen, schnappt sich, wenn er schnell genug ist, aber auch mal ein Kaninchen, einen Hasen, eine Möwe oder gar eine der vielen Gänse, die sich in dem Naturschutzgebiet tummeln. Maximal kann er drei Kilogramm Beute abtransportieren – bei einem Eigengewicht von maximal sieben Kilogramm.

Seeadler halten sich eigentlich an der Küste auf – daher der Name. Dass sie trotzdem bis nach Duisburg vordringen, ist dem Rhein zu verdanken. Die großen Vögel folgen dem Strom, an dessen Ufer sie satt werden. Über die Rheinaue ziehen sie gerne, zum Übernachten fliegen sie zur Bislicher Insel bei Xanten.

 
 

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