Laarer und Beecker Bürgervereine besorgt

Christian Balke
Der Oberhof in Beeck liegt umittelbar neben der evangelischen Kirche, die nach fast tausend Jahren ihres Bestehens im Sommer geschlossen wird. Foto Ulla Emig/WAZ Fotopool
Der Oberhof in Beeck liegt umittelbar neben der evangelischen Kirche, die nach fast tausend Jahren ihres Bestehens im Sommer geschlossen wird. Foto Ulla Emig/WAZ Fotopool
Foto: WAZ FotoPool
Huberta Terlinden aus Laar und Wilma Hohmann aus Beeck sind besorgt über die möglichen Folgen der angekündigten Kirchenschließungen. Mangel an ehrenamtlichen Helfern und herbe Rückschläge für organisierte Jugendarbeit befürchtet.

Beeck. „Wir betrachten den Oberhof und die angrenzende evangelische Kirche ohnehin als eine Einheit“, sagt Wilma Hohmann, Vorsitzendes des Netzwerks Oberhof und Sprecherin des Runden Tisches Beeck, „was aber natürlich nicht heißt, dass wir uns dann automatisch um die Kirche kümmern, wenn sie künftig leer steht. Der Oberhof macht uns Ehrenamtlern genug Arbeit und wir machen sie gern.“

Traurig sei sie, sagt Hohmann, weil die Kirchen in Laar und Beeck geschlossen würden: „Da hängen so viele Vereine, so viel christliches bürgerschaftliches Engagement dran“, sagt Hohmann. Gänzlich unvorbereitet habe sie die Entscheidung allerdings nicht getroffen: „Dass da etwas auf uns zu kommt, ahnten wir vom Netzwerk Oberhof spätestens, nachdem die Gemeinde das Mietverhältnis für Veranstaltungsräume im Oberhof gekündigt hatte.“

Informiert wurde der Runde Tisch Beeck, laut Hohmann, im Rahmen einer Sitzung bereits vor Wochenfrist über den Schritt, die Kirche in Beeck im Sommer diesen Jahres zu schließen.

Sie warne allerdings alle Beteiligten davor, zu glauben, dass sich nun ganz automatisch Ehrenamtler finden würden, die sich dann auch noch um die Pflege der historisch wertvollen Kirche kümmerten: „Im Oberhof erleben wir ja tagtäglich, dass Arbeit, die von Ehrenamtlern wie uns erledigt wird, von den Bürgern und der Politik schnell als selbstverständlich betrachtet wird.“

Es sei eben keine Selbstverständlichkeit: „Angebote, wie wir sie im Oberhof mit Ausstellungen und unserem Café machen, kosten eben auch Geld.“

Huberta Terlinden, die seit dem vergangenen Sonntag nicht mehr Vorsitzende, wohl aber Ehrenvorsitzende der Bürgervereinigung Laar ist (siehe Infobox), ist traurig, dass die evangelische Kirche in Laar im Sommer ebenfalls geschlossen wird: „Eine Gemeinde mit so lebendigem Gemeindeleben, wo sich so viele junge Menschen engagieren – ganz schlimm.“

Engagement junger Menschensteht auf dem Spiel

Sie wolle den Gemeindegliedern in Laar Mut zusprechen: „Wir haben diesen Prozess mit der katholischen Kirche in Laar hinter uns gebracht und es ist uns gelungen, die Kirche hier vor der Schließung zu bewahren.“

Sie hoffe nun, dass die Gemeindespitze in Laar, die sie stets als zupackend und tatkräftig erlebt habe, an Alternativlösungen arbeite: „Gerade vor dem Hintergrund, dass hier ganz viel Engagement junger Christen auf dem Spiel steht, hoffe ich, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.“