Künstlerisch gestaltete Fenster in Duisburg-Meiderich

Gregor Herberhold
Die Künstlerin Romi Fischer in der evangelischen Kirche Mittelmeiderich.
Die Künstlerin Romi Fischer in der evangelischen Kirche Mittelmeiderich.
Foto: WAZ FotoPool
Die evangelische Kirchengemeinde Mittelmeiderich hat die Schweizer Künstlerin Romi Fischer für die Neugestaltung der Kirchenfenster, Auf dem Damm, verpflichtet. Inzwischen sind bis auf vier Fenster alle mit farbigem Antik-Glas gestaltet.

Mittelmeiderich.  Strahlend blauer Himmel und die Sonne lacht – das Wetter gab am Freitag perfekt die Stimmung wieder, die die Künstlerin Romi Fischer mit ihren gerade installierten Kirchenfenstern darstellen will.

2006 hatte die Schweizerin den Gestaltungswettbewerb gewonnen, den die 6000 Seelen zählende Evangelische Kirchengemeinde Meiderich ausgeschrieben hatte. Es ging darum, die Fenster des Kirchenschiffs neu zu gestalten. Seitdem arbeitet sie zusammen mit einem bayerischen Glaskünstler an der Umsetzung – wir berichteten.

Damals drohte die Schließung der neogotischen Kirche. Es gab zu viele Gebäudeschäden. Mit dem Ziel, das baufällige Gotteshaus zu retten, gründete sich der Förderverein pro doMMo, der bislang sage und schreibe 420 000 Euro für die Neugestaltung des Innenraumes zusammengetragen hat. Und der weitere 130 000 Euro einsammeln will, um auch noch die restlichen Fenster erneuern und vor allem eine rund acht Meter hohe Glas-­/ Stahl-Skulptur, das Verheißungsrelief, anfertigen lassen zu können.

Fortsetzung im nächsten Jahr

Im Kleinformat (1:10) kann man sich in der Kirche die noch zu gestaltenden Fenster und das Relief ansehen. Und bei der Gelegenheit die schon fertigen bestaunen.

„Das ist mein größtes Werk“, sagt die 64-jährige Züricherin. Noch nie habe sie, seit sie in den 1970er Jahren künstlerisch tätig wurde, so lange an einem Projekt gearbeitet. Stunden um Stunden verbringt sie in der Werkstatt des Glasbläsers, verfolgt, wie er die gefärbten Scheiben herstellt – und sorgt zusammen mit dem Fachmann dafür, dass der Farbverlauf hundertprozentig den Vorgaben entspricht. Man merkt ihr die Freude an der Arbeit an – sie strahlt geradezu, wenn sie sich im Kirchenschiff dreht und die Fenster auf sich wirken lässt. Meiderich ist inzwischen ein Stück weit ihre zweite Heimat geworden.

Echt-Antik-Gläser

Für dieses Jahr ist die Teilerneuerung der Echt-Antik-Gläser abgeschlossen, die noch verbliebenen vier Fenster sollen im kommenden Jahr fertiggestellt werden. Bis dahin muss der Förderverein aber noch einiges an Geld einsammeln. „Das klappt schon“, sagt Schatzmeister Walter Pricken – und lächelt: „Wir sind ja erfinderisch.“

Wann das Relief folgt, steht indes noch in den Sternen. Die Auftragsvergabe hängt vom Spendenaufkommen ab. Am liebsten wäre Pricken, wenn sich das Kunstwerk komplett über den Verkauf von „Zertifikaten“ zum Preis von je 137,50 Euro umsetzen ließe.

Sonntag, 8. Juni, erläutert Romi Fischer nach dem 11-Uhr-Gottesdienst das Projekt in der Kirche. Interessierte sind willkommen.