Kleine Forscher in Fahrn

Christian Balke
Prof. Dr. Rudolf Herbers (Uni Bielefeld) und Realschul-Rektorin Isolde Vicktorius-Schänzer unterzeichnen den Kooperaionsvertrg zwischen dem „Teutolab“ der Uni und der Realschule Fahrn Foto: Lars Fröhlich / WAZ Fotopool
Prof. Dr. Rudolf Herbers (Uni Bielefeld) und Realschul-Rektorin Isolde Vicktorius-Schänzer unterzeichnen den Kooperaionsvertrg zwischen dem „Teutolab“ der Uni und der Realschule Fahrn Foto: Lars Fröhlich / WAZ Fotopool
Foto: WAZ Fotopool
Neunt- und Zehntklässler der Realschule Fahrn lernten im „Teutolab“ der Universität Bielefeld viel über Chemie. Jetzt geben sie ihr Wisen in spannenden Versuchsreihen an Grundschüler aus dem Duisburger Norden weiter.

Fahrn.  Die Jungen drücken fest, dabei ungläubig staunend, auf die Zitronenschale. Plötzlich spritzt ein Tropfen aus der Schale in die Flamme – und verpufft: „Boh, das brennt ja!“ sagt einer der Viertklässler der Grundschule Breite Straße, „Wie kann denn Zitronensaft brennen?“

Die Realschülerinnen der neunten und zehnten Klassen, die im ersten Fahrner „Teutolab“ die Versuche überwachen, müssen lachen: „Das war kein Saft, das war ein ätherisches Öl, das in der Zitronenschale steckt.“

Die Realschul-Lehrerinnen Meike Reinhold und Margit Waldheim sehen mit großer Freude, wie gut ihre Schülerinnen das Wissen vermitteln, das sie an der Uni Bielefeld gesammelt haben: „Es ist ja auch der Sinn des „Teutolab“, dass die Schüler ihr erworbenes Wissen an jüngere Schüler weiter geben.“

Die Kooperation mit der Ostwestfälischen Universität bahnte Meike Reinhold selbst an. Sie hatte von der Idee des „Teutolab“ gehört und schrieb kurzerhand eine Email an Professor Dr. Rudolf Herbers.

Der gebürtige Kamp-Lintforter, der über das „Teutolab“ hunderte Schulpartnerschaften weltweit – unter anderem in China und Thailand – unterhält, meldete sich schnell zurück: „Dann sind wir mit Schülern der neunten und zehnten Klassen nach Bielefeld gefahren, und die Schüler haben dort an der Uni experimentiert und wurden von Wissenschaftlern unterwiesen.“

Dass, was die Fahrner Jugendlichen im Fachbereich des Prof. Herbers gelernt haben, geben sie nun ihrerseits weiter: „Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat an Grundschüler aus dem Duisburger Norden“, sagt die Mathematik- und Techniklehrerin Meike Reinhold.

Professor Herbers, der extra aus Bielefeld angereist ist, nickt begeistert: „Eigentlich kooperieren wir in dem Projekt eher mit Gymnasien und Gesamtschulen“, sagt der Professor, „aber die Eindrücke die wir in Fahrn von Lehrern und Schülern gewonnen haben, sind so positiv, dass wir uns sehr über diese Kooperation freuen.“

Begonnen mit dem „Teutolab“, das sich vom Teutoburger Wald ableitet, hat der Chemiker vor zehn Jahren. Mittlerweile ist er in der ganzen Welt unterwegs und versucht Wissenschaft und Schule in Europa und Asien näher zusammen zu bringen: „Die Wissens-Weitergabe funktioniert in jedem Alter“, sagt der Wissenschaftler.

So könnten Grundschüler von Neuntklässlern und die wiederum von Oberstufenschülern lernen: „Um die Begeisterung für Naturwissenschaft immer hoch zu halten.“