Kleine Architekten bauen Dschungelbrücken

Im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium bauten Grundschüler kunstvolle Brücken. v.l. Kürsat Tarfan, Pascal Plucinski, Mark Gansen, Justin Partenheimer. Foto: Udo Milbret/WAZ-FotoPool
Im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium bauten Grundschüler kunstvolle Brücken. v.l. Kürsat Tarfan, Pascal Plucinski, Mark Gansen, Justin Partenheimer. Foto: Udo Milbret/WAZ-FotoPool
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Duisburg-Marxloh.. „Lasst uns mal vorsichtig noch ein Gewicht drauf legen“, hört man eine Stimme sagen. Die drei Jungarchitekten, deren Brückenmodell aus Schaschlikspießen bereits ein Gesamtgewicht von knapp vier Kilo trägt, blicken sich skeptisch an. Ob die Brücke das aushält? Wenn man nach dem Gesichtsausdruck des achtjährigen Yassin geht, dann eher nicht.

Der Drittklässler der Gemeinschaftsgrundschule Humboldtstraße weiß, dass das Modell bei jedem zusätzlichen Gramm zusammenbrechen kann. Schließlich hängt die Mini-Brücke, die von zwei 0,5 Meter auseinanderstehenden Tischen getragen wird, bereits jetzt ordentlich durch. Doch Yassin und seine Klassenkameraden Jannick und Kujtim wissen: Um den Wettbewerb „Dschungelbrücke“ am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium - für den rund 60 Schüler von drei Grundschulen in den letzten vier Wochen möglichst stabile Brücken aus dünnen Holzspießen gebaut haben - zu gewinnen, muss die Brücke einiges aushalten. Am Nachbartisch legen die betreuenden Gymnasiasten schließlich auch ordentlich Gewichte auf. Also wird auch bei dem als „Die reale Brücke“ betiteltem Modell noch etwas draufgepackt.

Während die Schüler an allen Enden der Aula des Gymnasiums um ihre kleinen Modelle bangen, läuft Martin Goerlich, Lehrer am Elly-Heuss-Knapp Gymnasium, mit einem Lächeln durch die Reihen. Auch die vierte Auflage des Elly-Science-Wettbewerbs ist ein voller Erfolg.

Dass das „Elly“ interessante Angebote für Grundschüler hat, kommt nicht von ungefähr. „Unsere Schule ist Mitglied der Gemeinschaftsoffensive ‘Zukunft durch Innovation’, das bedeutet, dass wir hier Schüler für technisch naturwissenschaftliche Zusammenhänge interessieren wollen“, erklärt Goerlich und ergänzt: „Da die meisten Grundschulen nicht über die technischen Mittel verfügen, laden wir sie regelmäßig zu uns ein.“

Die Grundschüler und ihre Lehrer nehmen das Angebot immer wieder gerne an. Es gibt auch dieses Mal kein Kind, das nicht mit Spaß bei der Sache ist. Und das nicht nur, weil dem Team mit der stabilsten, kreativsten oder schönsten Brücke tolle Preise, wie zum Beispiel Lenkdrachen, winken, sondern, weil es einfach spannend ist zu sehen, ob die eigene Konstruktion hält.

Yassins Augen sind mittlerweile noch größer geworden. Skeptisch ist sein Blick nicht mehr, eher fassungslos. „Fünf Kilo. Also, das hätte ich wirklich überhaupt nicht gedacht“, sagt er strahlend vor stolz. Damit liegt die Brücke der drei Tüftler ganz weit vorne.

Was macht die Brücke so stabil? Yassin erklärt’s: „Wir haben so viele Schaschlikspieße wie möglich miteinander verbunden, vor allem den Teil, wo das Gewicht liegt, haben wir besonders gestärkt.“

 
 

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