Kinder aus Duisburg-Marxloh erkunden die Natur vor der Haustür

Auf naturkundliche Spurensuche begaben sich  Benjamin und Robin im Botanischen Garten. Mit im Bild: Patrick Krüger (ehrenamtlicher Mitarbeiter der ev. Gemeinde Marxloh-Obermarxloh)
Auf naturkundliche Spurensuche begaben sich Benjamin und Robin im Botanischen Garten. Mit im Bild: Patrick Krüger (ehrenamtlicher Mitarbeiter der ev. Gemeinde Marxloh-Obermarxloh)
Foto: WAZ-Fotopool
Die evangelische Bonhoeffer-Gemeinde Marxloh-Obermarxloh will Kindern die oftmals unbekannte Welt vor der eigenen Haustür näher bringen.

Hamborn/Obermarxloh.  „Und diese Pflanze hier heißt Lysimachia vulgaris“, die Pädagogin der Bonhoeffer-Gemeinde Marxloh-Obermarxloh, Martina Herrmann, und deutet auf einen Gilbweiderich. Ihre Schützlinge des Kinderaktionstags gucken sie mit großen Augen an. „Und wie soll man so ein Wort bitte schreiben?“, fragt der kleine Benjamin mit einem fragenden Seitenblick auf seine Naturforscher-Sammelmappe. Martina Herrmann lächelt und zeigt mit dem Finger auf das kleine Schild am Boden. Ohne die Ausschilderungen im Botanischen Garten Hamborn wüsste auch sie nicht lange weiter.

Mit ihren aktionsfreudigen Kindern im Grundschulalter ist sie zur Entdeckungstour aufgebrochen, um sich der Pflanzenvielfalt in der nahen Umgebung der Kinder zu widmen. Die meisten waren vorher noch nie im Botanischen Garten, dabei liegt er in der Nähe ihrer Elternhäuser. Herrmann vermutet, der nahe gelegene Mattlerbusch sei ein Grund dafür. In ihren Sammelmappen wollen die Kinder kleine Herbarien anlegen, also Blättersammlungen. Dazu streifen sie durch den Garten und suchen sich die schönsten und spannendsten Pflanzen aus. Haben sie sich für ein Exemplar entschieden, trennen sie möglichst vorsichtig ein Blatt ab und heften es mit Büroklammern in ihre Mappen. Dann folgt der schwierigste Teil: Anhand des vor ihnen liegenden Schildchens füllen sie ein Merkblatt aus, damit sie später auch noch wissen, was sie da für eine Pflanze haben.

Die beiden Jungen Benjamin (10) und Robin (11) haben sich zunächst auf verschiedene Kirschen spezialisiert. Nachdem sie eine Lorbeerkirsche und eine Zierkirsche in ihre Mappen eingeordnet haben, wollen sie unbedingt eine der Wasserpflanzen des nahe gelegenen Sees bestimmen. „Seid vorsichtig, nicht dass ihr gleich im See liegt“, ermahnt Betreuer Patrick Krüger und geht vorsichtshalber mit zum Wasser.

Die Zweitklässlerinnen Laura (7) und Lana (8) haben auch schon drei Blüten archiviert, von einer wissen sie jedoch nicht genau, welche Pflanze es ist, da sie kein Schild finden konnten. Die blauen Blüten waren jedoch so hübsch, dass sie sie trotzdem mitnehmen wollten.

Anderthalb Stunden vor Ort

Ganz hinten in den Herbarien der Kinder findet sich auch noch eine Beschreibungshilfe für die verschiedenen Blattformen und ein Baumquiz. Bis zu dem Quiz kommen die kleinen Forscher jedoch gar nicht erst, weil sie mit großem Eifer Blätter sammeln.

Als es nach gut anderthalb Stunden wieder Richtung Heimat geht, ist die Enttäuschung zunächst groß, gerne hätten die Steppkes ihre Mappen weiter vervollständigt. Doch die achtjährige Nele hat eine gute Idee: „Wir machen einfach gleich im Bus noch weiter,“ sagt sie.

 
 

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