Kinder aus Duisburg freuen sich aufs Lesen und Rätseln

Schüler der Barbara-Grundschule besuchten die Buchhandlung Lesezeichen in Hamborn.Dort fand eine Aktion zum Welttag des Buches statt. Kinder machten eine Schnitzeljagd durch die Buchhandlung und bekamen anschließend ein Buch geschenkt. links: Margit Meier, eine der Chefinnen der Buchhandlung. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Schüler der Barbara-Grundschule besuchten die Buchhandlung Lesezeichen in Hamborn.Dort fand eine Aktion zum Welttag des Buches statt. Kinder machten eine Schnitzeljagd durch die Buchhandlung und bekamen anschließend ein Buch geschenkt. links: Margit Meier, eine der Chefinnen der Buchhandlung. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Viele Kinder aus dem Duisburger Norden beteiligen sich an den Aktionen zum Welttag des Buches.

Duisburg-Nord. Mit großen Augen stehen Kinder vor den Kinderbuchregalen. Gezielt greifen sie einen Titel heraus und lesen den Klappentext, während ihre Klassenkameraden durch die Buchhandlung wuseln und Rätsel lösen, um ein Buch gewinnen zu können.

1995 erklärte die Unesco den 23. April zum weltweiten Feiertag für Lesen, dem „Welttag des Buches“. Seit 1996 gibt es die Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“, an der 3500 Buchhandlungen deutschlandweit das gleichnamige Buch an Grundschulkinder verschenken. Seit kurzem gibt es dazu noch ein Rätsel, bei dem Kinder ein weiteres Buch gewinnen können.

Die Buchhandlung Lesezeichen in Hamborn beteiligt sich seit den Anfängen an den Aktionen der Stiftung Lesen und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Leseförderung findet Inhaberin Ursula Ridder ganz wichtig: „ Wir müssen auch an Kinder herankommen, die das von den Eltern nicht mitbekommen“, sagt sie.

Bei ihr haben machen 20 Schulen aus der Umgebung beim Gewinnspiel mit. Beinahe täglich kommt eine Schulklasse, um die nicht ganz einfachen Rätsel zu lösen und sich ein Buch abzuholen. Ramona Kugler-Höing, Klassenlehrerin der vierten Klasse der Barbaraschule, findet die Aktion toll. „Es ist schön, dass jedes Kind dasselbe Buch geschenkt bekommt. Wir werden dieses hier gemeinsam lesen“, sagt sie. Ihr Schüler Fabian Krock (10) liest sehr gerne und viel, er hat sogar den Wälzer „Eragon“ geschafft. Auf die Lektüre seines neuen Buches freut er sich auch schon. „Wenn man ein Buch hat, muss man es lesen. Denn es ist ja unlogisch, wenn man es hat und es dann nicht liest“, sagt er.

Dieses Jahr findet erstmalig die Aktion „Lesefreunde“ für Erwachsene statt. Deutschlandweit dürfen 33.333 registrierte Teilnehmer eine Million Bücher wahllos an Lesefreudige oder Lesefaule verschenken. Ursula Ridder hat ihre Buchhandlung als Abholstelle für die Buchpakete zur Verfügung gestellt. „Wir haben von einem Kunden davon erfahren und uns sofort angemeldet. Nun holen 18 Teilnehmer ihre Bücher bei uns ab“. Ihre Auszubildende Mona Jungmann verschenkt auch Bücher und ist gespannt auf die Reaktionen ihrer Freunde.

Bei der begeisterten Leserin Ute Paul (50) kommt die Aktion sehr gut an.Von ihren 30 Titeln hat sie 27 bereits abgegeben. An Nachbarn, Freunde und Bekannte. „Alle waren freudig überrascht. Ich denke, das schafft Gelegenheit, die Leute zum Lesen zu motivieren. Nicht jeder hat die Zeit, sich lang und breit über das breite Angebot an Büchern zu informieren. Mit diesem Geschenk erleichtert man ihnen die Auswahl“, sagt sie.

Anja Jetten (45) und ihr Mann haben sich gut überlegt, wem sie ein Buch schenken. „Wir haben eine Liste erstellt. Aber da wir die Leute nicht täglich sehen, haben wir bisher nur je sechs unserer Bücher abgegeben“, sagt Anja Jetten. Mit ihren Geschenken wollen die Duisburger Freunde animieren, mal abzuschalten und ein Buch zu genießen.

Felicitas Grabowski hatte sogar schon eine „Begegnung der dritten Art“, sagt sie. In einem Wartezimmer erzählte sie einem älteren Ehepaar von den Lesefreunden und gab ihnen ein Buch. Der Mann schaute interessiert, aber seine Frau nahm es ihm aus der Hand und sagte: „Nein, danke, wir haben schon unseren Glauben!“ Sie hat Felicitas Grabowski für eine Koranschenkerin gehalten. Felicitas Grabowskis Fazit zur Aktion: „Ältere Menschen reagieren eher skeptisch, die jüngeren zeigen sich eher interessiert.“

 
 

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