Karnevalisten in Duisburg-Walsum sammelten Spenden für Alt-Weiber-Party

Der Präsident der Karnevalsgesellschaft Gruen-Weiss Walsum, Elmar Klein, hat bei den Bürgern und Firmen in Duisburg-Walsum Geld für das Narrenfest seines Vereins gesammelt.
Der Präsident der Karnevalsgesellschaft Gruen-Weiss Walsum, Elmar Klein, hat bei den Bürgern und Firmen in Duisburg-Walsum Geld für das Narrenfest seines Vereins gesammelt.

Duisburg-Walsum.. Die Narrenkappe als Klingelbeutel? Für den Präsidenten der Karnevalsgesellschaft Gruen-Weiss Walsum, Elmar Klein, durchaus denkbar. Er hat die Walsumer um Spenden für die Alt-Weiber-Party gebeten. Mit Erfolg.

Schließlich gibt’s die Alt-Weiber-Party - wie berichtet - nicht mehr so günstig wie in den vergangenen 30 Jahren. Also will man den Hut rumgehen lassen.

Eine Folge der Loveparade-Katastrophe. Innenminister Ralf Jäger verlangt per Erlass, dass „ein Sicherheitskonzept aufzustellen“ und „ein Ordnungsdienst einzurichten“ sei. Sprich: Die Walsumer müssen, anders als zuvor, Profiordner anheuern. Und das kostet. Zwischen 2500 und 3000 Euro.

Bis zu 1000 Euro gespendet

Damit die Sause in diesem Jahr stattfinden kann, hat Klein sich sofort ans Telefon gesetzt und die Walsumer um Spenden gebeten. „Privatleute und Firmenchefs haben sich sehr großzügig gezeigt“, freut sich der Karnevalspräsident. Der notwendige Betrag sei im Sack, „jetzt können wir den Ordnungsdienst bestellen. Dafür danke ich allen Spendern“. Der Mindestbetrag liegt bei 50 Euro. Einer machte aber auch 1000 Euro locker - und will nicht einmal genannt werden.

Klein ist sich sicher, dass die Party nun also wie gewohnt steigen kann. Wovon auch Bezirksamtsleiter Reinhold Mettlen ausgeht: „Zu 98 Prozent bekommen wir die Genehmigung“, sagte er am Freitag. Da saß er bereits am Computer und schrieb fürs Ordnungsamt das angeforderte Sicherheitskonzept, das noch am Nachmittag per E-Mail ins Rathaus Duisburg geschickt wurde. Dort soll es am Montag besprochen und dann - hoffentlich - auch abgesegnet werden. Bis dahin müssen die Walsumer Narren noch bibbern. Schließlich weiß niemand so genau, nicht einmal Reinhold Mettlen, der früher selbst im Ordnungsamt arbeitete, was laut Innenministererlass genau verlangt wird. „Das ist alles ziemlich schwammig formuliert“, sagt Elmar Klein wenig begeistert.

Ärger über Aussage von Stadtsprecher Kopatschek

Was ihn aber richtig ärgert, ist die Aussage von Stadtsprecher Frank Kopatschek, dass es in Aldenrade beim Alt-Weiber-Fest Probleme mit Randalierern gebe. Entsprechendes hatte der Pressesprecher in einem WDR-Interview berichtet. Was nicht einmal die Polizei so bestätigt. Wie Klein einräumt, hatte es vor einigen Jahren tatsächlich mal Ärger mit Betrunkenen gegeben. Seit die Polizei aber mit 40 bis 60 Personen auf der Party Flagge zeige, seien es ganz normale Feten. 20 Platzverweise, fünf bis sieben kurzzeitige Festnahmen und drei Strafanzeigen wurden in den Jahren 2009 und 2010 jeweils verbucht. „Nichts Besonderes“, so eine Sprecherin der Polizei am Freitag.

Wie dem auch sei: Die Walsumer wollen sich den Spaß nicht verderben lassen und setzen alles daran, die Sicherheit zu gewährleisten. Und um sich gleich für die Zukunft zu wappnen, will Klein - kein Scherz - auch am Festtag selbst noch mal mit dem Klingelbeutel durchs närrische Volk ziehen. Wenn dann jeder nur einen oder zwei Euro gibt, dann kann der Ordnungsdienst auch im nächsten Jahr gebucht werden.

 
 

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