JVA Duisburg-Hamborn soll bis 2020 schließen

Die JVA Duisburg-Hamborn soll bis 2020 geschlossen werden.
Die JVA Duisburg-Hamborn soll bis 2020 geschlossen werden.
Foto: Rainer Raffalski / WAZ FotoPool
Hintergrund des Schließungsplanes seien laut Manfred Slykers (SPD) Erkenntnisse der Landesregierung über abnehmende Häftlingszahlen, die in ein neues Konzept für die Haftanstalten im Bundesland eingeflossen wären. Als Alternativen wurden Neuss und Ratingen genannnt.

Duisburg.. Bereits vor 14 Tagen trafen sich in der Justizvollzugsanstalt Hamborn hochrangige Vertreter des Landesjustizministeriums mit der Anstaltsleitung und mit dem SPD-Ratsherrn Manfred Slykers, der Vorsitzende des Beirats der JVA Hamborn.

Im Zuge des Gesprächs informierten die Landesbeamten den JVA-Leiter Reimund Kintrup und SPD-Mann Slykers darüber, dass die Hamborner Justizvollzugsanstalt – das letzte Duisburger Gefängnis – bis 2020 abgewickelt und geschlossen werden soll.

Slykers sieht keine Unterbelegung

Hintergrund des Schließungsplanes, erzählt Manfred Slykers während seines Redaktionsbesuchs, seien Erkenntnisse der Landesregierung über abnehmende Häftlingszahlen, die in ein neues Konzept für die Haftanstalten im Bundesland eingeflossen wären: „Laut diesem Konzept soll Hamborn eben bis 2020 geschlossen werden“, sagt Slykers, der mit seinen Beirats-Kollegen aus den anderen politischen Parteien noch am Mittwoch über die Entscheidung gesprochen hat: „Parteienübergreifend kann man aus dem Beirat sagen, dass die Entscheidung auf wenig Verständnis stößt.“

Die von der Landesregierung angeführten Statistiken, sagt Slykers, könne er nicht überprüfen. Allerdings habe er subjektiv keineswegs den Eindruck, dass die Hamborner JVA in irgendeiner Weise unterbelegt sei: „Die JVA hat 145 Angestellte. Wenn die JVA weg ist, was wird dann aus dem Amtsgerichtsstandort Hamborn?“ fragt der SPD-Mann.

Neuss und Ratingen als Alternativen

Nach der Schließung und dem Abriss der JVA in Duisburg-Mitte, sagt Slykers, sei die Hamborner JVA das letzte verbleibende Gefängnis in Duisburg: „Neuss und Ratingen wurden uns im Gespräch als Alternativen genannt. Da werden sich die Duisburger Staatsanwälte bedanken, wenn sie immer dorthin pendeln müssen.“

Außerdem, sagt Slykers, habe die Schließung aus seiner Sicht eine erhebliche sicherheitspolitische Komponente: „Einer Stadt wie der unseren steht eine JVA gut zu Gesicht, zumal Hamborn ja umfangreich modernisiert wurde.“

Er bedauere sehr, sagt Slykers, dass die engagierte Arbeit, die Anstaltsleiter Kintrup seit seinem Amtsantritt 2013 geleistet habe, durch den Plan der Landesregierung nicht gewürdigt werde: „Ich weiss, dass da sehr intensiv an der ständigen Fortentwicklung eines modernen Haftbetriebs gearbeitet wird.“

Verhandlungsspielraum sieht Slykers seitens des Landes nicht: „Die Entscheidung in Düsseldorf steht fest.“

 
 

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