Investor hat Fragen zum Beecker Hallenbad

Planungsrechtlich, sagt Ali Aydin, habe die Stadt in den Verhandlungen nur 28 Wohneinheiten in freistehenden Ein- oder Zweifamilienhäusern genehmigen wollen. „Anfangs wollten wir dort auch 45 Wohneinheiten bauen“, sagt der Rechtsanwalt.
Planungsrechtlich, sagt Ali Aydin, habe die Stadt in den Verhandlungen nur 28 Wohneinheiten in freistehenden Ein- oder Zweifamilienhäusern genehmigen wollen. „Anfangs wollten wir dort auch 45 Wohneinheiten bauen“, sagt der Rechtsanwalt.
Foto: Markus Jörling
Rechtsanwalt verhandelte 2014 mit der Stadt. Mehr als 28 Wohneinheiten waren nicht planbar. Nun will die Gebag dort 45 Wohneinheiten schaffen.

Beeck..  Eine Investorengruppe verhandelte seit Herbst 2014 mit der Stadt Duisburg über eine Bebauung des Beecker Hallenbad-Geländes.

Auf den 17.000 Quadratmetern zwischen Parkplatz und Liegewiese wollten die Investoren 45 bis 50 Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern schaffen.

Zu viel, sagte die Stadt Duisburg, genehmigungsfähig seien nur hochwertige freistehende Ein- oder Zweifamilienhäuser und maximal 28 Wohneinheiten. Der Investor verhandelte weiter und änderte seine Pläne nach den Wünschen der Stadt zweimal.

„Dann“, sagt Ali Aydin, „riss der Gesprächsfaden plötzlich ab und wir haben nie wieder was gehört. Auch Nachfragen wurden nicht beantwortet.“

Am 10. Juni stellte schließlich die Stadt Duisburg mit der Gebag ihre Pläne für eine Bebauung des Hallenbad-Geländes vor: Auf den 17.000 Quadratmetern zwischen Parkplatz und Liegewiese wollen Stadt und Gebag laut vorläufigem Plan 45 Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern schaffen.

Ein Plan, fast deckungsgleich dem der Investorengruppe: „Nur, dass man uns geschrieben hat, dies sei baurechtlich nicht möglich“, sagt Anwalt Aydin.

Investor hat sich in Rheinberg einen guten Namen gemacht

Ali Aydin ist Rechtsanwalt mit einer Kanzlei auf der Hamborner Jägerstraße. Der ehemalige Vorsitzende des türkischen Unternehmerverbands ist außerdem Beecker aus Leidenschaft: „Ich wohne in der Nähe des Hallenbads und habe sogar einen Kleingarten nebenan“, sagt er, „wir fühlen uns wohl. Nur das leere Hallenbad stört, das wollten wir ändern.“

Aydin sprach einen Bekannten an, der sich in der Region bereits mit der aufwendigen Renovierung Rheinberger Jugendstil-Villen einen guten Namen gemacht hat: „Ich habe den Herrn Yakut für das Projekt begeistert.

Dann wurden gemeinsam mit dem Architekten Markus Jörling Pläne erstellt“, sagt Aydin. Was das Auftreten seiner Investoren-Gruppe angeht, sagt Aydin, habe er sich keine Vorwürfe zu machen: „Wir waren sehr gut vorbereitet, hatten auf alle Fragen eine Antwort und waren außerdem, sehr, sehr kompromissbereit.“

Das asbestbelastete Hallenbad, sagt Aydin, habe die Investorengruppe, die er vertrat, auf eigene Kosten abreissen wollen. An diesem Punkt scheiterten vorherige Gespräche potenzieller Investoren mit der Stadt (wir berichteten).

Für das Grundstück, sagt Aydin, wäre man bereit gewesen, bis zu 1,5 Millionen Euro zu zahlen: „In Abhängigkeit davon, wie viele Quadratmeter man bebauen kann.“

Er habe zumindest erwartet, dass die Stadt die Verhandlungen beendet, so oder so: „Ich bin enttäuscht von der Art, wie hier mit Investoren umgegangen wird.“

Tim Eickmanns wusste nichts von einem Investor

„Ich kann bestätigen, dass es Gespräche mit dem Investor gegeben hat“, teilte eine Sprecherin der Stadt der Redaktion auf Anfrage mit. Allerdings sei aus personellen Gründen eine detaillierte Beantwortung der Anfrage in Sachen Beecker Hallenbad erst in den kommenden Tagen möglich.

Warum die Verhandlungen mit dem Investor nicht offiziell beendet wurden, warum der Verkauf des Grundstücks nicht in Frage kam und warum die Gebag nun viel mehr Häuser am alten Beecker Hallenbad baut, als planungsrechtlich eigentlich möglich sind, hofft die Redaktion von der Stadt zu erfahren.

Die selben Fragen übermittelte die Redaktion auch an Tim Eickmanns, den Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Meiderich/Beeck. „Ich wusste nichts von einem potenziellen Investor“, sagte Tim Eickmanns, Sohn des SPD-Ratsherrn Herbert Eickmanns.

Allerdings könne er vermuten, warum das Grundstück nicht verkauft worden sei: „Wir wissen alle, was die Gebag in den vergangenen Jahren durchgemacht hat. Das Hallenbad-Projekt ist eine große Chance für die Gebag, endlich wieder Gewinn zu machen.“ Dies sei gut für die Gebag und für die Stadt.

Außerdem, sagte Tim Eickmanns, der im März diesen Jahres dafür plädierte, eine größere Fläche am Freibad für potenzielle Investoren zu erschließen, habe seines Wissens nach die Gebag ein Vorkaufsrecht auf das Grundstück am Hallenbad gehabt. Dies deckt sich mit Informationen der Redaktion.

Allerdings wurde der Gebag dem Vernehmen nach im Jahre 2013 eine Kaufoption für ein Jahr eingeräumt. Ob diese für das Jahr 2015 ausgeweitet oder verlängert wurde, ist derzeit nicht bekannt.

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