Innenminister spricht in Duisburg über Sicherheit

Oliver Kühn
Mehr Polizisten als zuvor patrouillieren durch die Straßen in Marxloh, um das Gesetz durchzusetzen.
Mehr Polizisten als zuvor patrouillieren durch die Straßen in Marxloh, um das Gesetz durchzusetzen.
Foto: Lars Heidrich
Ralf Jäger (SPD) referiert über Kriminalität. Die zusätzlichen Polizisten auf den Straßen in Marxloh findet er wichtig. Ebenso Videobeobachtung.

Meiderich. Bei ihrer Bürgerversammlung wollte die SPD Meiderich ein Thema diskutieren, die alle Menschen im Stadtteil diskutiert: Sicherheit und Polizeipräsenz auf Duisburger Straßen. Als Referent ist Innenminister Ralf Jäger zu den gut 50 Zuhörern in die Gaststätte Mismahl am Markt gekommen. Ein Heimspiel, denn er spricht vor seinem eigenen Ortsverein.

„Das Sicherheitsgefühl findet nicht über den Verstand statt, sondern über den Bauch“, sagt er. Die Menschen würden sich oft unsicher fühlen, weil inzwischen ständig über Gefahr, Mord und Terroranschläge im Internet und in den Medien berichtet wird. Dennoch: „Wir leben in einem der sichersten Länder der Welt.“ So seien in NRW zuletzt etwa Mord- und Totschlagdelikte um 15 Prozent zurückgegangen, Taschendiebstahl um 30 Prozent. Einbrüche, so Jäger, würden nur 4,3 Prozent aller Straftaten ausmachen, die Bürger aber nachhaltig beeindrucken.

Übrigens sei das Vorurteil falsch, dass es im Duisburger Norden Gegenden gibt, wo sich die Polizei nicht hintraut. „Wir haben keine No-Go-Areas“, auch in Marxloh nicht. Dort seien „nur wenige Straßenzüge problematisch“. Und die habe die Polizei – nicht zuletzt wegen eines zusätzlichen Zuges der Einsatzhundertschaft – im Griff.

Marxloh soll nicht wie London flächendecken überwacht werden

„Mehr Präsenz gibt’s aber nur mit mehr Personal“, deshalb werde das Land dieses Jahr knapp 2000 Polizeianwärter einstellen. Ergänzend zur Polizei seien Kameras an Kriminalitätsschwerpunkten wie dem Pollmann-Eck sinnvoll. „Ich will aber keine flächendeckende Überwachung wie in London“.

Die Polizei brauche zu lange, um auf Anrufe zu reagieren, kritisiert Heinz Wiesner (SPD). Der Minister widerspricht: Erfahre die Polizei, dass ein Täter vor Ort ist, sei sie in Duisburg im Schnitt nach etwa vier Minuten da.

Sorgen bereiten Ralf Jäger jedoch neben der rechten Szene vor allem Salafisten. Sie würden sich jedoch nicht in Moscheevereinen radikalisieren, sondern im Internet und in Kleingruppen. Gegensteuern soll das teils in Duisburg angesiedelte Projekt „Wegweiser“. Es soll verhindern, dass junge Menschen gewaltbereit werden.

Fahrradstaffel nach Meiderich

In Meiderich scheint die Welt jedoch noch in Ordnung zu sein. „Wir haben hier keine Brennpunkte, die Sicherheit ist hier sehr, sehr gut“, sagt Ratsherr Bruno Sagurna. Ein Anliegen hat er Innenminister Jäger trotzdem mitgegeben: „Die Fahrradstaffel soll nach Meiderich kommen.“ Dort soll sie an Markttagen an der Von-der-Mark-Straße illegale Radfahrer schnappen.