Idole für Kinder

Der Vorstand von "Tausche Bildung für Wohnen e.V.": v.l. Chrisoualandou Karamanli, Süneyra Kaya, Mustafa Tazeoglu, Christine Bleks, Jörg Seifert, Daniel Janik Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Der Vorstand von "Tausche Bildung für Wohnen e.V.": v.l. Chrisoualandou Karamanli, Süneyra Kaya, Mustafa Tazeoglu, Christine Bleks, Jörg Seifert, Daniel Janik Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Der Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ will alternative Bildungsmöglichkeiten bieten. Infoveranstaltung richtete sich an zukünftige Partner und Sponsoren

Duisburg-Marxloh..  „Marxloh braucht Unterstützung“, sagt Mustafa Tazeoglu. Vor allem müsse in Bildung investiert werden, denn sie ermögliche die Zukunfts- und Anschlussfähigkeit einer Gesellschaft. Der von Tazeoglu und seiner Partnerin Christine Bleks gegründete Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ soll hier ansetzen.

Genaue Inhalte des Konzepts stellten Tazeoglu und Bleks jetzt im Vereinshauptquartier in den Räumlichkeiten ihrer Agentur für Stadt, Kultur und Ökonomie, „Urban Rhizome“, an der Weseler Straße vor.

Die Idee des Vereins, die mit dem Act-for-Impact-Preis (40 000 Euro) ausgezeichnet wurde (wir berichteten) ist simpel – und vielversprechend: Der Verein stellt Wohnungen in einem Haus in Marxloh bereit, in denen Studierende, Bundesfreiwilligendienstler und sozial engagierte Personen kostenlos leben dürfen. Im Gegenzug übernehmen die Bewohner die Patenschaft von je vier in Armut lebenden Kindern aus Marxloh und setzen ihre individuellen Kompetenzen ein, um den Jungen und Mädchen etwas beizubringen.

Tausch-Bar als Kinder-Treffpunkt

„Die Paten sollen zu Bezugspersonen und Idolen werden. So können sie dabei helfen, dass die Kinder ihren Weg finden. Mit dieser Arbeit wirken sie direkt in den Stadtteil hinein“, erklärt Bleks. In dem Haus soll es außerdem eine „Tausch-Bar“ geben, wo die Kinder sich jeder Zeit treffen können.

Um das Projekt in Gang zu setzen, brauchen die Initiatoren allerdings Unterstützung. Es muss eine geeignete Immobilie gefunden werden, in der die Paten wohnen können und es braucht Sponsoren, die das benötigte Startkapital von rund 300 000 Euro zur Verfügung stellen. „Wenn das Bildungsprojekt allerdings einmal läuft, wird es die anfallenden Jahreskosten von 190 000 Euro selbst tragen – unter anderem durch Spenden und die Bildungsteilhabe, die Kindern aus armen Familien zusteht“, so Tazeoglu.

Die 40 Gäste, die bei der Vorstellung des Projekts vor Ort waren und aus Politik und Verwaltung kamen, waren sichtlich beeindruckt und sicherten Hilfe zu. „Ich bin von dem Projekt überzeugt. Wir sind auf jeden Fall dabei“, sagte eine Mitarbeiterin der Duisburger Lebenshilfe. Weitere Gespräche mit Bezirksvertretern sind geplant.

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