Hoher Besuch, Bürgerprotest und Parkeinweihung in Hamborn

Der 3. Bürgerdialog der Bundeskanzlerin Angela Merkel lockte viele Dutzend Interessierte nach Marxloh.
Der 3. Bürgerdialog der Bundeskanzlerin Angela Merkel lockte viele Dutzend Interessierte nach Marxloh.
Foto: Lars Heidrich
Im zweiten Teil unseres fünfteiligen Jahresrückblickes schauen wir auf die Ereignisse im Stadtbezirk Hamborn.

Hamborn.  Im zweiten Teil unserer Jahresrückblick-Serie stellen wir die besonderen Ereignisse im Bezirk Hamborn vor.

Hoher Besuch

Erst schaute Vizekanzler Sigmar Gabriel in Marxloh vorbei, dann die Kanzlerin. Gabriel ließ sich im Juni über das Hilfsprojekt „Petershof“ informieren – und versprach Hilfe für die bislang unversicherten Zuwanderer, die dort versorgt werden. Merkel diskutierte im August mit Bürgern unter anderem auch das Thema Zuwanderung und schickte im Winter Fachleute, die für Marxloh Förderprogramme vorschlugen. Das Bad in der Menge nach der Diskussion genoss die Kanzlerin sichtlich.

Raserszene

Die unverbesserlichen Autofahrer, die auf der Duisburger Straße zwischen Alt-Hamborn und Marxloh insbesondere in den Abendstunden an den Wochenende Rennen fahren, sind den Bürgern seit – ja, man muss es sagen, seit fast zwei Jahrzehnten !!! – ein Dorn im Auge. Die quietschenden Reifen, die heulenden Motoren, dazu oft noch unerträglich laute Musik – sie rauben den Menschen den Schlaf. Das zu Ende gehende Jahr aber war für die genervten Bürger ein erfolgreiches: Sie haben durch immer neue Aktionen auf ihre Sorgen aufmerksam gemacht und Tempo 30 in den Nachtstunden und die Installation einer Blitzanlage durchgesetzt, zudem tempodrosselnde Schwellen auf einer Nebenstraße.

Helios-Klinik

Der Neubau der Helios-Klinik neben der Abteikirche nimmt langsam Formen an: Die Baupläne sind fertig, 115 Millionen Euro werden am Standort in Alt-Hamborn investiert. Dafür wird es ein komplett neues Betten- und OP-Gebäude geben. Übrigens hermetisch abriegelbar, falls beim Störfallbetrieb Grillo nebenan einmal ein Unglück geschehen sollte. 2018 soll der Umbau abgeschlossen sein.

Klinikum Niederrhein

Fast 140 Millionen Euro kostet die Erweiterung der Niederrhein-Klinik an der Fahrner Straße. Im Mai wurde der Grundstein für die neue Herzklinik gelegt. Das alte Haus in Meiderich wird voraussichtlich 2018 aufgegeben, ab dann werden alle Patienten in Röttgersbach versorgt.

Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium

Seit 111 Jahren besteht das Elly-Heus-Knapp-Gymnasium. Ein Grund, das Jubiläum im September mit einer Festwoche zu begehen. Es gab Kultur, Diskussionen und ein klassisches Fest.

Grüngürtel

Der Mini-Grüngürtel in Marxloh ist fertig: Im August wurde die 16 000 Quadratmeter große Fläche neben dem Schwelgernstadion eingeweiht. Die Bürger sind überwiegend begeistert – sie haben den neuen Park mit Spielplatz sofort angenommen.

Sporthalle

Mit Pleiten, Pech und Pannen lässt sich am trefflichsten benennen, was auf der Baustelle der Vierfach-Sporthalle neben dem Rhein-Ruhr-Bad passierte. Immer wieder kam es bei der Fertigstellung zu Verzögerungen, der dickste Klops war der ungeeignete Hallenboden. Der musste komplett wieder raus und ersetzt werden, so dass es bis zum Herbst dauerte, bis die Halle endlich betriebsbereit war.

Wilde Kippen

Marxloh vermüllt immer mehr – diesen Eindruck haben viele Alteingesessene – und sie fühlen sich zunehmend unwohler in ihrer Heimat. An allen Ecken und Kanten wird Abfall – oft in gigantischem Stil – illegal entsorgt, selbst wieder auf Dächern. Das Ordnungsamt und die Wirtschaftsbetriebe werden der Probleme kaum noch Herr. Wenn gerade eine Stelle geräumt ist, wird eine neue gemeldet. Hinzu kommen Ratten- und Kakerlakenplagen. Die Stadt kommt zu der Erkenntnis: „Der soziale Friede in Marxloh ist gefährdet“ – und nimmt erneut am Projekt „Soziale Stadt“ teil. In der Hoffnung, die Probleme lösen zu können.

Denkmalschutz

Das erste Haus am Pollmanneck, Kaiser-Wilhelm-Straße 309, steht seit Sommer unter Denkmalschutz. Allerdings ist in erster Linie die Fassade betroffen, die ein Beispiel für die Prachtbauten zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ist.

St. Barbara

Der Protest und Kampf hat sich gelohnt: Die Gemeinde St. Barbara wird auch übers Jahr 2015 hinaus fortbestehen. Obwohl sie in der neuen Großgemeinde St. Johann zunächst keinen Platz hatte. Das Essener Bistum hat aber genehmigt, dass die Gemeinde in Eigenregie, ohne finanzielle Unterstützung und ohne eigenen Pastor, weitermachen darf.

Outlet-Center

Keine Chancen für ein offenes Outlet-Center sieht Ulrich Grillo. Die Nähe zu seinem Marxloher Betrieb – in dem mit gefährlichen Chemikalien gearbeitet wird – lasse das nicht zu. Noch immer ist aber nicht klar, ob die Pläne für das Shopping-Center auf dem Gelände der seit Jahren geschlossenen Rhein-Ruhr-Halle begraben oder weiter verfolgt werden.

Petershof

Der Petershof in Marxloh entwickelt sich immer mehr zur Anlaufstelle armer Zuwanderer – vor allem aus Südosteuropa. Dort werden unter anderem unversicherte Menschen medizinisch versorgt.

Quartiersplatz

Auf dem Areal der einstigen Paulskirche in Marxloh entsteht ein Quartiersplatz. Er soll von allen Bürgern, auch den Jugendlichen, die die angrenzende Schule besuchen, genutzt werden. Im kommenden Jahr wird er eingeweiht.

Rotes Haus

Die Evangelische Bonhoeffer-Gemeinde Marxloh-Obermarxloh hat ihre Beratungs- und Begegnungsstätte neben die Marxloher Kreuzeskirche verlegt. Im Herbst wurde das „Rote Haus“ bezogen.

Clauberg-Halle

Die wegen Brandschutzmängeln Anfang 2014 geschlossene Clauberg-Halle ist seit Ende Januar dieses Jahres wieder nutzbar – die Rot-Weißen Jecken durften dort feiern.

Hier finden Sie den Jahresrückblick 2015 für Walsum

 
 

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