Hakenkreuz-Schmierereien - Staatsschutz ermittelt in Duisburg-Walsum

Am Wochenende wurden Hakenkreuze und andere verfassungswidrige Symbole in Walsum gesprüht. Im Bild das geschändete Mahnmal am Ivan-Bugulez-Weg.
Am Wochenende wurden Hakenkreuze und andere verfassungswidrige Symbole in Walsum gesprüht. Im Bild das geschändete Mahnmal am Ivan-Bugulez-Weg.
Foto: WAZ FotoPool
Unbekannte haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag Hakenkreuze und andere verfassungswidrige Symbole in Walsum gesprüht. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Duisburg-Walsum. In der Nacht von Samstag auf Sonntag sprühten bislang Unbekannte an zehn Stellen im Ortsteil Hakenkreuze und andere verfassungswidrige Zeichen an Hauswände, Garagentore, eine Bushaltestelle und sogar auf das Mahnmal für die Opfer von Zwangsarbeit am Ivan-Bugulez-Weg.

„Das war ein gezielter Anschlag“, ist sich Franz Tews von der Walsumer Initiative „Erinnern gegen Rechts“ sicher. Er und andere Walsumer haben sich Anfang dieses Jahrtausends dafür stark gemacht, dass ein solches Mahnmal aufgestellt wird. Im kommenden Herbst, am 10. November, wird die Stele aus türkischem Basalt zehn Jahre alt. Geschaffen wurde sie vom Walsumer Steinmetz und Künstler Bernhard Kleinfeld. Er hat sich den Schaden inzwischen angesehen, so Tews, und Vorschläge zur Reinigung gemacht. Die blaue und orangene Farbe soll von den Wirtschaftsbetrieben kurzfristig entfernt werden.

Angriff ist ernst zu nehmen

Tews berichtet, dass es der erste wirklich ernst zu nehmende „Angriff“ auf das Mahnmal war. Relativ häufig seien allerdings Verwüstungen im Umfeld: Die Lichter würden umgestoßen, ebenso die Blumen. Dahinter will Tews aber nicht unbedingt politisch motivierte Taten sehen. „Die Farbattacke hat aber eine ganz andere Qualität“, sagt er.

Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können. Die Tat muss zwischen Samstagabend (24. März) 22 Uhr und Sonntagmittag (25. März) 13.30 geschehen sein. Informationen nimmt die Polizei unter Telefon 28 00 entgegen.

Mit der Stele wird an die Zwangsarbeiter auf dem Walsumer Bergwerk erinnert. Dort seien etwa 5000 ausländische Kriegsgefangene und Verschleppte eingesetzt worden. Sie haben – Dokumenten belegen das – unter unmenschlichen Bedingungen in Lagern leben müssen.

 
 

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