Gaunerpech und Premierenglück in Walsum

Zwei wie Bonnie und Clyde, das sind: Silke Jurk und Partner Rüdiger Bendel, die das Stück als Premiere auf die Walsumer Bühne brachten. Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServices
Zwei wie Bonnie und Clyde, das sind: Silke Jurk und Partner Rüdiger Bendel, die das Stück als Premiere auf die Walsumer Bühne brachten. Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServices
Silke Jurk präsentierte in der Walsumer Stadthalle mit „Zwei wie Bonnie & Clyde“ ihre erste große Theaterproduktion: Manni und Chantal und der Traum von Vegas.

Walsum..  Manni und Chantal haben allen Grund zur Freude. Gerade kommen sie von ihrem ersten, total gut gelungenen Banküberfall zurück.

Obwohl, „zurück“ ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, und inwieweit man den Coup als gelungen bezeichnen kann, darüber muss man wohl auch noch mal reden.

Da liegt aber zum Glück die Stärke des frischgebackenen Gaunerpärchens, im Diskutieren sind sie einsame Spitze.

In der Komödie „Zwei wie Bonnie & Clyde…denn sie wissen nicht, wo sie sind!“, von Sabine Misiorny und Tom Müller spielten Silke Jurk und Rüdiger Bendel in der Stadthalle Walsum erstmals unter dem Namen „Theater Silke Jurk“.

Und genau wie ihre sympathisch, vertrottelten Helden, müssen auch Jurk und Bendel alles selber machen. Nachdem Jurk sich im vergangenen Jahr mit ihrem eigenen Theater selbstständig gemacht hat, ist sie in ihrer ersten Produktion für Regie, Hauptrolle, Bühnenbild und Kostüm zuständig. Aber sie hat auch, genau wie Spielpartner Bendel, weitaus mehr Erfahrung mit dem Theater, als ihr Gaunerduo mit der Berufskriminalität.

Manni und Chantal müssen nämlich einsehen, dass es gar nicht so leicht ist, auf die schiefe Bahn zu gelangen. Erst mal muss man die Bank überhaupt finden. Und das möglichst auch noch während der Öffnungszeit.

Dann ist maskentechnisch die Anschaffung von Einzelstrümpfen vorzuziehen, weil Strumpfhosen total doof aussehen, wenn man sie aufsetzt. Auch wenn sie den Vorteil haben, dass man im Notfall zu zweit unter eine passt. Allerdings nur, wenn man bereit ist, dramatische Bewegungseinschränkungen hinzunehmen. Dann die Beute! Manni hatte Chantal klare Anweisungen gegeben. „Schnapp dir die Tüte“, hatte er gesagt.

Dass sie vorher prüfen soll, ob es die richtige Tüte ist, davon war nie die Rede. Nun sitzen sie nach längerer Irrfahrt mit dem Wochenendeinkauf einer Bankkundin als Beute in einem verlassenen Schuhlager herum. Und Chantal hat keine Ahnung, warum Manni jetzt wieder so tut, als wäre alles ihre Schuld. Sie ist auf jeden Fall bereit, auch das Positive zu sehen: „Jetzt haben wir wenigstens Kaffee und Klopapier, ich hatte nämlich vergessen, fürs Wochenende einzukaufen.“

Und auch Manni berappelt sich nach einer Phase tiefster Verzweiflung über seine strunzdumme Perle wieder. Sein neuer Plan ist jedenfalls todsicher, vorausgesetzt er schafft es diesmal, Chantal alles haargenau zu erklären…

Jurk und Bendel zeigten sich in ihrer Premiere sehr gut aufeinander eingespielt und fesselten ihr Publikum mühelos durch alle Irrungen der verzwickten Gaunergeschichte.

Ob Manni und Chantal es aber bis zu ihrem Traumziel, den einarmigen Banditen und Hochzeitskapellen von „Los“ Vegas schaffen werden, muss leider weiter offenbleiben.

 
 

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