Gartroper Brücke bleibt bis Anfang 2017 am Ufer liegen

Die Gartroper Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in Duisburg-Meiderich bleibt noch bis Anfang 2017 an Land.
Die Gartroper Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in Duisburg-Meiderich bleibt noch bis Anfang 2017 an Land.
Foto: Lars Fröhlich
Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Meiderich wartet noch auf die Pontons, die die Brücke übers Wasser tragen sollen.

Obermeiderich.. Die Gartroper Brücke wird in diesem Jahr nicht mehr über den Kanal geschoben. Obwohl das so angekündigt war und eigentlich schon hätte geschehen sein müssen.

Sven Diers, Mitarbeiter des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA), erläuterte im Gespräch mit unserer Redaktion, warum es zu der erneuten Verzögerung auf der Baustelle gekommen ist: Um das auf der Gartroper Straße komplett vormontierte und für den Weitertransport vorbereitete Bauwerk übers Wasser schieben zu können, werden Pontons benötigt, die die Last aufnehmen können. „Diese Pontons sind zuletzt auf einer Rheinbrücken-Baustelle verwendet worden und sollten nach Obermeiderich geschleppt werden.“ Wegen des niedrigen Wasserstandes des Rheins war der Transport nicht möglich, andere „Flöße“ standen nicht zur Verfügung. Deshalb habe der für Ende Oktober geplante Termin abgeblasen werden müssen.

Voraussichtlich wird die Brücke nun Anfang des kommenden Jahres über die Wasserstraße geschoben. In der Regel müssen solche Arbeiten acht Wochen im voraus geplant werden, damit sich die Skipper darauf einstellen können, dass der Kanal an dem Tag an der Stelle nicht passierbar ist.

Die Brücke wird in Millimeterarbeit vorgeschoben, bis sie auf dem Widerlager auf der östlichen Seite abgelassen wird. Solche Aktionen locken regelmäßig viele Schaulustige an.

Stahlbauwerk mit 72 Metern Länge

Sobald die Brücke ihren richtigen Platz hat, müssen die Rampen hergerichtet werden. Das neue Bauwerk liegt etwas höher, damit größere Schiffe drunterher fahren können. Die Straßen müssen deshalb angehoben werden.

Wenn alles gut geht, sollte die neue Brücke im Laufe des nächsten Jahres, und somit mit etwa einem Jahr Verspätung, in Betrieb gehen. Ursprünglich war die Bauzeit vom Winter 2015 bis zum Sommer 2016 berechnet. Wegen diverser Probleme im Untergrund der Brückenpfeiler (Rohre und Leitungen waren im Weg) verlängerte sich die Bauzeit.

Bei der Brücke handelt es sich um ein Stahlbauwerk. Die Fahrbahn wird mit einer acht Zentimeter dicken Gussasphaltdecke überzogen. Dadurch hat man nicht das Gefühl, über eine Metallbrücke zu fahren. Das alte Schätzchen bestand aus Stahlfachwerk, das neue, in den MSV-Farben gestrichene Schmuckstück ist eine Stahlbogenkonstruktion. Die Brücke hat eine Länge von 72 Metern, die Baukosten waren mit rund fünf Millionen Euro veranschlagt. Wenn sie in Betrieb geht, sparen die Nutzer lange Umwege.

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