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Selbsterfahrung

Gänsehaut im Labyrinth

21.05.2012 | 18:45 Uhr
Gänsehaut im Labyrinth
Der Spirituelle Abend für Frauen in der Ev. Kirche Duisburg-Meiderich. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Duisburg-Untermeiderich.   Ein spiritueller Abend für Frauen in Untermeiderich

Ein großes, begehbares Labyrinth aus roten Tüchern und flackernden Kerzen war am Sonntagabend auf dem Boden der evangelischen Kirche in Untermeiderich ausgelegt und lud die 30 anwesenden Frauen ein, neue Lebenswege auszuprobieren.

Am Eingang zum Spiralweg gibt es ein Kästchen mit Fragekarten, die Anregung zu neuen Gedanken geben sollten. „Was kann ich loslassen?“ steht auf einer Karte, „Wen möchte ich segnen?“ auf einer anderen. Vorbereitet hat den 15. spirituellen Frauenabend der Fachausschuss Frauen des evangelischen Kirchenkreises und der katholischen Frauengemeinschaft in Duisburg.

Zwei Mal im Jahr gibt es in Duisburger Kirchen solche Abende. Geboten wird ein aufwändiges vierstündiges Program mit meditativen Übungen, Musik, Selbsterfahrungstechniken, Schauspiel und biblischen Texten.

„Wir wissen aus Erfahrung, dass viele Frauen in der Kirche nicht nur bepredigt werden wollen, sondern auch selbst mit allen Sinnen Ihre Spiritualität erfahren möchten“, sagte Gemeindereferentin Elisabeth Hartmann. Nach einem kurzen Anspiel zu jeder vollen Stunde können die Frauen frei aus den Angeboten wählen und sich den Abend nach ihren Wünschen gestalten. Die gemütliche Untermeidericher Kirche dient auch als Gemeindezentrum und bietet daher abgeteilte Gruppenräume und eine Küche für kleine Kaffeepausen.

Eine Gruppe befasst sich mit dem Enneagramm, einem populären psychologischen Einordnungsmodel, das neun verschiedene Persönlichkeitstypen unterscheidet. Die Typen sind schnell erklärt, der Reiz ist, dass jeder sofort Zugriff hat. Freund und Verwandte einzuordnen fällt leicht. „Mit Typ eins, dem Perfektionisten komme ich schwer zurecht“, meint eine Frau. „Typ vier, der Außergewöhnliche ist sehr kreativ und möchte sich unbedingt von allen anderen unterscheiden“, sagt die Referentin. „Gibt es auch Mischtypen?“ fragt eine Teilnehmerin, die ihre eigene Persönlichkeit wohl nicht im Schema unterbekommt.

Einen persönlichen Segen kann man sich jede Teilnehmerin in einer stillen Ecke hinter der Kanzel abholen. „Der Segen ist doch ein echter Kirchenschatz, den sollten wir viel großzügiger austeilen“, findet Elisabeth Hartmann.

„Das ist doch jedes Mal wieder Gänsehautatmosphäre“, sagt eine Frau, die schon öfter teilgenommen hat, als passend zu Kerzenschein und Musik draußen ein ordentliches Gewitter niedergeht.

Von Sabine Merkelt-Rahm


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