Für ein schöneres Leben am Berg

Sabine Kessler, Initiator Pascal Judt und Elke Thasler begrüßen die Teilnehmer des Treffens in Meiderich-Berg. Foto: Michael Dahlke
Sabine Kessler, Initiator Pascal Judt und Elke Thasler begrüßen die Teilnehmer des Treffens in Meiderich-Berg. Foto: Michael Dahlke
Foto: FUNKE Foto Services
In Meiderich-Berg wollen sich zwei nteressengemeinschaften zusammenschließen. Alt und Jung trafen sich nun im Eiscafé Venezia.

Untermeiderich..  Noch ist das gemeinsame „Baby“ der alteingesessenen Bürgerinteressengemeinschaft (Big) und der jungen „wilden“ Bürgerversammlung in Meiderich Berg nicht auf der Welt, aber man kann ja schon mal gemeinsam über einen passenden Namen nachgrübeln.

Im Eiscafé Venezia auf der Horststraße sitzt man dicht gedrängt und die Köpfe rauchen. Pascal Judt bittet um Vorschläge und die gibt es reichlich: „Wie wäre es mit Big und Bigger?“, „Ich bin für Berg ist Big“, „Oder Bigum aus Big und Untermeiderich?“

Ideen gibt es viele, in der mit Spannung erwarteten Bürgerversammlung. Aber nicht alles gefällt. Herr Akpinar, der Fensterputzer hat da einen sehr berechtigten Einwand: „Können wir nicht einen deutschen Namen finden?“, fragt der Mann, den hier alle Rambo nennen. Die Tatsache, dass er ein Meidericher mit Migrationshintergrund ist, zaubert ein beeindrucktes Schmunzeln auf die Gesichter seiner Mitmeidericher.

Alle wollen gemeinsam etwas tun, gegen den Dreck, den Leerstand und die schlechte Einkaufssituation in ihrem Heimatstadtteil, oder zumindest ihrem Lebensmittelpunkt. Da stand auch eine Fensterputzaktion auf der Ideenliste.

Die leerstehenden Geschäfte bieten doch vor allem wegen der blinden, schmutzigen Fenster einen traurigen Anblick. Höchste Zeit also, für frischen Durchblick zu sorgen. Außen könnte der freiwillige Fensterputzer tätig werden, drinnen müssten die Besitzer selbst Hand anlegen. Das neue Pflegeberatungsangebot eines Pflegedienstes in der ehemaligen Marktklause, soll auch als Bürgerbüro funktionieren und Selbsthilfegruppen ein Zuhause bieten.

Solche Ansätze einer Belebung machen den Akteuren Mut. Auch an der Einkaufsfront bewegt sich was. Der Rewe-Marktleiter Sascha Meyer ist eingeladen worden und informiert über die Chancen eines kostenlosen Lieferservices für ältere und berufstätige Kunden. Noch bastelt er an der Umsetzung, hofft aber, bis zum nächsten Frühjahr ein fertiges Konzept vorstellen zu können.

Andere Ideen scheinen weiter von der von der Umsetzbarkeit entfernt zu sein. Die großen Linde-Lkw stellen an der Bergstraße und der Stahlstraße eine erhebliche Gefahrenquelle dar, wie Anwohner berichten. Ob man aber eine Umgehungsstraße über Mittal-Gelände tatsächlich durchsetzen könnte, daran werden doch erhebliche Zweifel geäußert.

„Wir haben mehr Beziehungen zur Politik und die Vereinsstruktur“, sagt Günther Boeckhorst über die Big, die es schon seit 1987 gibt „es wäre doch grundverkehrt, jetzt nicht mit den jungen Aufmüpfigen um Pascal zusammen zu arbeiten.“

Schließlich wollen alle das Gleiche, ein bisschen neues Leben für Meiderich Berg.

 
 

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