Freunde und Nachbarn machen Musik mit Herz

Echte Freunde spielen zusammen: Probe im Wohnzimmer bei Peters in Meiderich-Berg. Die Gastgeber sitzen außen. Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Echte Freunde spielen zusammen: Probe im Wohnzimmer bei Peters in Meiderich-Berg. Die Gastgeber sitzen außen. Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Die „Wahren Freunde“ heißen nicht nur so: Die Musikgruppe, die 2005 von Hansi Peter ins Leben gerufen wurde, brachte alte Freunde wieder zusammen.

Meiderich-Berg..  Ein sonniger Tag an der Bergstraße Anfang Dezember. Rege Betriebsamkeit im Wohnzimmer der Peters: Instrumente werden aufgestellt, Noten verteilt. Eine Probe soll es werden, für das große Konzert der „Wahren Freunde“ am Ostacker. Dabei hat Doris Peter ihr Häuschen schon Wochen vor Weihnachten so pracht- und geschmackvoll weihnachtlich dekoriert, dass dem Besucher warm ums Herz wird.

Ehemann Hansi Peter sitzt am Soundcomputer. Der Meidericher Musiker, der seinem Heimatstadtteil selbstkomponierte Songs im Stile eines Hannes Wader widmet, erwartet 18 Musiker im Alter zwischen 35 und 87 Jahren.

Heike und Horst Telljohann sind schon da. Sie ist – genau wie Doris – begeisterte Gitarristin, er sitzt am Schlagzeug. In Reichweite stehen Schlagsahne und Kuchen. Quarkbällchen, Kaffee und Kuchen auf einer bildhübschen Kaffeetafel. Alles nur für eine Probe? Heike und Doris lachen: „Unser Gruppenname „Wahre Freunde“ ist eben mehr als nur ein Name – der ist bei uns schon immer Programm!“

Seit zehn Jahren gibt es den Gitarrenchor, der einst in der evangelischen Kirchengemeinde Beeck gegründet wurde. Nachdem sich die dortige Musikgruppe geteilt hatte, holte Hansi Peter, der „Barde vom Berg“, einige versprengte Hobby-Musiker an einen Tisch. Fast zufällig alles Leute, die er aus der Nachbarschaft schon seit Jugendzeiten kannte: „Dann habe ich gesagt, wenn wir was machen, dann auch richtig.“

Das Ziel sei ziemlich klar umrissen gewesen: „Wir wollten Spaß an der Musik haben, den mit anderen Menschen teilen, unsere Freundschaften erhalten.“ Freilich mit musikalischem Anspruch: „Ich sagte, wir werden eine richtige Band. Man will sich halt entwickeln.“

Diese Entwicklung hat die „Wahren Freunde“ mittlerweile zu einer lokalen Musikinstanz gemacht. Seien es ihre Frühlingskonzerte, das jährliche Oktoberfest oder eben das Weihnachtskonzert im Gemeindezentrum am Ostacker, für das sie hier gesellig proben: „Wir sind im Vorfeld schon meist ausverkauft, auch diesmal wieder“, sagt Heike, die jene Musik im Blut hat, wie sie typischer für Meiderich nicht sein könnte: „Mein Vater Peter Steffen hat einst den Zebra-Twist des MSV Duisburg gesungen.“

Wichtig ist Bandleader Hansi Peter auch, das die „Wahren Freunde“ Musik für Menschen machen, die wahrlich gerade einen Freund gebrauchen können: „Wir haben im vergangenen Jahr Musik in einem Hospiz gemacht. Den Auftritt vergesse ich nie.“

Schließlich sind alle Musiker angekommen im gastlichen Haus am Berg. „A urige Weihnacht“ erklingt und 18 wahre Freunde singen begeistert mit.

28 Lieder und acht Zugaben

Genau 156 Besucherplätze waren am vergangenen Sonntag beim Konzert der „Wahren Freunde“ im evangelischen Gemeindezentrum zu vergeben und 156 Karten waren schon Wochen vor dem Konzert vergriffen. Warum die Karten so schnell weg waren, stellten Hansi Peter und seine Band mit 36 vielumjubelten Advents- und Weihnachts-Songs unter Beweis.

Acht Zugaben musste der musizierende Freundeskreis geben, der neben einer wunderschönen Dekoration auch 40 Kuchen und Gebäck im Gepäck: „Viereinhalb Stunden haben wir gespielt“, sagt Gitarristin Heike Telljohann, „und die Besucher waren total begeistert.“

Von 15 bis 19.36 Uhr spielten die „Wahren Freunde“ Weihnachts-Klassiker wie „Ihr Kinderlein kommet“, Schlager-Evergreens wie „Sierra“ und Volkstümliches zum Fest. Bei „A urige Weihnacht“ sangen alle Gäste mit.

Eine Frau, die extra aus Minden für das Konzert angereist war, brachte den Mehrwert des Abends auf den Punkt: „Für viele ältere Gäste, die heute hier waren, die Weihnachten vielleicht ein wenig einsam sind, war dies heute die vorgezogene Bescherung.“

 
 

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