Evangelische Gemeinde Walsum-Aldenrade besteht 100 Jahre

Die Kirche in
Die Kirche in
Foto: privat

Walsum..  Eigentlich ist das evangelische Leben in Walsum noch viel älter: In einem Protokoll der ehemaligen Muttergemeinde Holten von 1661 wird vom „Glaubensleben in Walsum“ berichtet. Dennoch sollte es bis zum 1. April 1914 dauern, bis die Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade offiziell selbstständig wurde. Dieses 100. Jubiläum wird an diesem Wochenende groß gefeiert.

Man muss sich Walsum in jener Zeit als eine Gemeinde im Wandel vorstellen. Die Kohle- und Stahlindustrie drang immer stärker in die von Bauernhöfen gekennzeichnete Landschaft ein. Und weil die Unternehmen dringend Arbeitskräfte suchten, stieg die Einwohnerzahl rasch an.

1910 waren es noch rund 7000, zehn Jahre später schon 16 000 Menschen. Das Wachstum führte dazu, dass bereits 1911 die Ortschaften Aldenrade, Fahrn und Walsum zum zweiten evangelischen Pfarrbezirk der Gemeinde Holten erhoben wurden. Schließlich wurde am 1. April 1914 die Gemeinde Walsum-Aldenrade gegründet. Erster Pfarrer war Walter Jäneke.

Vom Dorf zum Industriestandort

Niemand konnte damals ahnen, dass nur wenige Wochen später der furchtbare 1. Weltkrieg beginnen sollte. Gleichsam wuchs die Gemeinde nach dem Krieg weiter an; 1921 waren es bereits 7000 Evangelische. Mehr Christen benötigten natürlich mehr Raum, 1928 wurde das Gemeindehaus eingeweiht, das heute noch an der Schulstraße genutzt wird.

Über die Nazi-Zeit gibt es keine Dokumente, sie wurden alle nach 1945 vernichtet. Fest steht, dass sich die Gemeinde schnell den brauen Machthabern anpasste.

1952 ging Pastor Hinkel nach 27 Jahren in den Ruhestand. Weil Kohle und Stahl weiter boomten und Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten dazuströmten, waren schnell weitere Neubauten und Pfarrstellen nötig: 1953 wurde das Christusgemeindehaus in Vierlingen eingeweiht,

1955 das Paulus-Gemeindehaus in Fahrn, 1960 das Clarenbachhaus auf dem früheren Kerskenshof. Organisatorisch wurde die Gemeinde 1954 dem Kirchenkreis Dinslaken zugeschlagen.

Seit 1966 zwei evangelische Gemeinden

Seit 1966 gibt es auf Walsumer Gebiet zwei evangelische Gemeinden; eine in Walsum und eine in Vierlinden. Rein zahlenmäßig gesehen war diese Zeit der Höhepunkt des Gemeindelebens. Denn wegen der wirtschaftlichen und demografischen Veränderungen hat die Gemeinde in den letzten 20 Jahren 3000 Mitglieder verloren. Heute sind es rund 6700. Ungefähr so viele wie Anfang der 20er Jahre.

Gleichsam ist Aldenrade auch 100-jährig sehr rührig. Ein neues Kirchendach und die schönen Fenster kamen durch Spenden zusammen. Zig Aktivitäten, Austausche (z.B. mit Rochester), Jugendfreizeiten und Chöre zeugen ebenso vom regen Gemeindeleben, für das die Pfarrer Austen und Ulla Brandt, Sabine Gradtke und Andreas Mann stehen.

Viele Ehrenamtliche

Auf die Frage, was er sich zum Jubiläum wünsche, meinte Pfarrer Andreas Mann zur Redaktion: „Dass das hohe Maß der ehrenamtlichen Arbeit weiter so erfolgreich bleibt. Außerdem sind wir stolz, dass rund 50 junge Menschen bei uns mitarbeiten. Wenn wir die jungen Menschen weiter gewinnen können, bleibt unsere Gemeinde lebendig.“

 
 

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