,Enterbt’ und enttäuscht

Lichter für die heilige Jungfrau: Die Gläubigen in St. Barbara hofften bis zuletzt. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Lichter für die heilige Jungfrau: Die Gläubigen in St. Barbara hofften bis zuletzt. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Am Samstag nach der Abendmesse hatte in St. Barbara noch die Trauer überwogen. Die Gläubigen hatten hunderte Kerzen entzündet, teils stundenlang für den Erhalt der Kirche gebetet. Vergeblich.

Duisburg-Röttgersbach.. „Schreiben sie mal ruhig, dass ich eigentlich viel, richtig viel Geld an die katholische Kirche vererben wollte“, sagt der über alle Maßen erregte ältere Herr (Name der Redaktion bekannt) Sonntag-Nachmittag am Redaktionstelefon, „jetzt kann das Bistum das vergessen!“ Andere ältere Katholiken aus dem „reichen“ St. Barbara, sagt er, würden es sicher ebenso machen: „Glauben sie Mal: im Röttgersbach kriegen die Notare jetzt richtig Arbeit!“

Am Samstag nach der Abendmesse hatte in St. Barbara noch die Trauer überwogen. Die Gläubigen hatten hunderte Kerzen entzündet, teils stundenlang für den Erhalt der Kirche gebetet. Vergeblich.

„Wir erleben nun bereits die zweite Kirchenschließung innerhalb von fünf Jahren. Wir sind von St. Georg im Eickelkamp“, sagte ein Rentner-Ehepaar das frühzeitig aus der Kirche kam, um den Bus 905 noch zu erwischen: „Der fährt ja nur einmal die Stunde.“

Für Gottesdienstbesucher Kurt Drexl war klar: Wenn sparen, dann richtig: „Das Bistum soll geschlossen werden! Was meinen sie, wie viel Geld man da sparen kann, das ansonsten zum Fenster raus geschmissen wird.“

Charlotte Hülskämper und ihr Mann Hans-Georg sahen tiefergehende Gründe für die traurige Situation: „So lange Kinder zur Kommunion gebracht werden, und die Eltern im Anschluss aus der Kirche austreten, wird es nicht besser werden“. Die „Mittelschicht“ fehle in der Kirche, sagten sie: „Oder haben sie hier Familien mit Kindern in der Messe gesehen?“ Ch. Balke

 
 

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