Endspurt im Duisburger „Kirchenkampf“

Muss entscheiden: Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Muss entscheiden: Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
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Aktivisten der Protestbewegung „Rettet St. Barbara“ in Hamborn lassen noch mal Glocken läuten. Bezirksbürgermeister Uwe Heider appelliert erneut an den Bischof.

Duisburg-Röttgersbach/Obermarxloh.. Zur letzten Aktion gegen die Kirchenschließungen im Norden, einem Mittwochsgebet und Glockengeläut, lädt die Initiative gegen Kirchenkahlschlag am heutigen Mittwoch, 12 Uhr, in die St. Barbara Kirche, Fahrnerstraße 60, ein. Die Gemeindemitglieder und Aktivisten der Initiative „Rettet St. Barbara – Kein Kirchenkahlschlag im Duisburger Norden“ wollen den Anlass zudem nutzen, um sich gemeinsam auf die Entscheidung des Ruhrbischofs einzustimmen, die für den 21. Januar angekündigt wurde.

In Sorge um die anstehenden Schließungen von katholischen Kirchen in Hamborn hat sich auch die Bezirksvertretung Hamborn im Dezember 2011 mit diesem Thema befasst. „Viele Menschen würden dann eine Orientierung für ihr Lernen und ihren Glauben fehlen.“ So Hamborns Bezirksbürgermeister Uwe Heider.

Katholische Kirche darf sich nicht aus weiten Teilen von Duisburgs Norden zurückziehen

„Die vielen Aktionen, mit denen die Gemeindemitglieder in den vergangenen Wochen auf ihre Situation aufmerksam gemacht haben, zeigt wie tief die Verunsicherung in den Herzen der Menschen steckt.“

Einstimmig bat im Dezember die Bezirksvertretung Hamborn, dass Heider als Vertreter von rund 80.000 Hambornern ein Gespräch mit dem Bischof suchen sollte. In einem Schreiben des Bistums wurde ihm mitgeteilt, dass es zeitlich nicht möglich sei, noch vor der endgültigen Entscheidungsfindung am kommenden Samstag über die Schließungspläne einen Gesprächstermin zu finden. Schon bei der Diskussion um Schließung oder Verkauf der katholischen Klinken in Duisburg wies Bischof Overbeck ein Gesprächsangebot Heiders zurück.

„Offensichtlich ist den führenden Vertretern des Bistums Essen das Gespräch mit den Menschen unabhängig ob sie katholisch sind, nicht von Bedeutung“, meint Ratsherr Frank Börner, „Bei dem Termin am 3. Januar hatte Overbeck lediglich zugehört, aber kein Gespräch geführt.“ In Sorge vor den Konsequenzen, die die geplanten Kirchenschließungen für die Identifikation der Menschen in Hamborn mit ihrer Heimatstadt haben würden, fordert Bezirksbürgermeister Uwe Heider den Bischof auf, genau abzuwägen: „Es darf kein Rückzug der katholischen Kirche aus großen Teilen des Duisburger Nordes organisiert werden, sondern er muss sozial abwägen.

An die Adresse des Bistums richtet Heider seinen nachdrücklichen Appell: „Herr Bischoff, sorgen sie dafür, dass auch weiterhin die katholischen Mitbürger in Hamborn eine Heimat und Ansprache finden können.“

 
 

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