Ein Segen für Mensch und Tier in Duisburg

Die vielen Hunde haben vor allem Augen für ihre Artgenossen. Doch sie beherrschen sich und toben erst nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz herum.
Die vielen Hunde haben vor allem Augen für ihre Artgenossen. Doch sie beherrschen sich und toben erst nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz herum.
Foto: Michael Dahlke
In Marxloh feiern Gläubige vor der Kreuzeskirche einen ökumenischen Gottesdienst. Viele bringen ihre Hunde und Pferde mit, um sie segnen zu lassen.

Marxloh..  „Herr, du hilfst Menschen und Tieren“, heißt es in der Bibel in Psalm 36,7. Viele Menschen erbitten daher nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre geliebten tierischen Freunde und Gefährten den Segen Gottes. Zum 20. ökumenischen Tiergottesdienst pilgern daher zahlreiche Gläubige auf das Außengelände der Marxloher Kreuzeskirche und nehmen mit ihren Hunden, Hamstern und sogar Pferden an der Feststunde teil. Pfarrerin Anja Humbert und Pastor Thomas Pulger freuen sich über die zwei- und vierbeinigen Gäste.

Es ist ein tierischer Spaß, dieser Gottesdienst. Etwas mehr als die Hälfte der Gäste hat Tiere mitgebracht. Vor allem Hunde sitzen auf dem Außengelände. Viele von ihnen haben allerdings meist nur Augen für ihre Artgenossen. Chaos bricht aber nicht aus. Denn die Besitzer haben die Vierbeiner gut genug im Griff, so dass keine Unruhe aufkommt.

Pfarrerin Humbert spricht vor allem Edgar Siemkes, dem Erfinder des Tiergottesdienstes in Duisburg, ihren Dank aus. „Er hat sich lange Jahre für den Tiergottesdienst engagiert. Ohne ihn wäre es der Kirche nicht möglich gewesen, in außergewöhnlichem Rahmen mit vielen Menschen Gottesdienst zu feiern“, sagt sie.

Mit dem 20. Gottesdienst dieser Art ist die Gesamtorganisation aber nun in die Verantwortung der Bonhoeffer Gemeinde übergegangen. „Ich war froh und bin dankbar, dass sich viele Menschen der jüngeren Generationen ganz schnell gefunden hatten, die sich diesen Gottesdienst zu eigen gemacht haben“, sagte Humbert. Und weiter: „So weht nun ein frischer und anderer Wind als bisher.“

Jedes Jahr ein anderer guter Zweck

Das Vorbereitungsteam hat sich entschieden, zukünftig jedes Jahr neu über die Verwendung der Kollekte und des Erlöses des Rahmenprogramms zu entscheiden. Dieses Jahr wird über den Zweck deutlich, dass Mensch und Tier sich ergänzen und brauchen. Mit dem Geld wird ein Assistenzhund für ein behindertes Kind finanzier. Außerdem wird das Duisburger Tierheim unterstützt, das Vierbeiner versorgt, für die die Menschen ihre Verantwortung abgegeben haben.

Nicht nur der Gottesdienst an sich erfreut die Besucher in Marxloh. Das Rahmenprogramm ist abwechslungsreich und vielfältig. Auch dabei wird deutlich, wie viele Ideen und viel Hilfe in das Fest einfließt: Die Jugendfeuerwehr und die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes aus Mülheim bescheren mit Vorführungen, Spiel und Spaß für gute Laune. Vor allem die kleinen Besucher kommen da voll auf ihre Kosten. Ein Geschicklichkeitsparcours für Hund und Herrchen, oder natürlich Frauchen, rundet das Angebot ab.

Ausgelassene Feier

„Ich finde es super, dass so etwas veranstaltet wird“, freut sich auch Anja Taubert, die mit ihrem Schäferhund dabei ist. „Ich mag es, unter Leuten zu sein und mein Hund Rudi sieht es genauso. Alleine zu Hause ist es doch langweilig. Für Mensch und Tier“, sagt sie begeistert. Und so feiern Mensch und Tier den ganzen Nachmittag gemeinsam und ausgelassen auf dem Vorplatz der Kirche.

 
 

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