Eidechsen lieben die Kanalböschung in Duisburg-Ruhrort

Eine junge Zauneidechse.
Eine junge Zauneidechse.
Foto: Lars Heidrich
Im Duisburger Norden sind vor allem drei Arten anzutreffen: die Mauer-, Zaun- und Waldeidechsen. Die Tiere vernichten viele Schädlinge.

Duisburg. Die steinige Uferböschung am Ruhrorter Pontwert ist für Mauereidechsen ein Paradies. Speziell dort, aber auch im sonstigen Hafenbereich haben sich die flinken und scheuen Tiere angesiedelt. Sie lieben, wie Martin Schlüpmann, Experte der Biologischen Station, berichtet, grundsätzlich „steinige Hänge“. Alternativ wählen sie auch gerne Gabionen, also Mauern aus übereinander gestapelten Gesteinsbrocken, als Lebensraum. An beiden Plätzen finden sie Unterschlupf, können sich also bei Gefahr rasch verkriechen.

Diese Tiere sind schon vor längerer Zeit entlang des Rheins bis nach Bonn gewandert, seit einiger Zeit sind sie auch in Duisburg heimisch geworden, „Sie sind nicht so empfindlich gegen Kälte“, sagt der Biologe. Es gibt aber nicht nur die wanderlustigen Echsen, sondern auch ausgesetzte. Wegen der steigenden Temperaturen (Stichwort: Klimawandel) verbreiten sie sich immer mehr, sind inzwischen auch im Landschaftspark Nord anzutreffen.

Eine andere, in der Industriestadt heimische Eidechsenart, ist die Zauneidechse. „Sie lebt vor allem an Bahndämmen“, sagt Martin Schlüpmann. Allerdings sei die Zahl der Tiere stark zurückgegangen. „Das macht uns Sorge“. Es sei eine „sehr schöne Art. Die Männchen haben smaragdgrüne Flanken.“ Die Klein-Dinos brauchen zur Fortpflanzung sandigen Untergrund, in den sie ihre Eier legen. Der aber geht in Duisburg immer mehr verloren. Diese Reptilien gelten als echte Schädlingsbekämpfer: Sie verputzen vor allem gerne Schnecken, die den Hobbygärtnern bekanntlich seit Jahren immer größere Probleme bereiten.

Eine dritte hiesige Art ist die Waldeidechse. Sie ist gelegentlich in den Forsten anzutreffen, am ehesten an Wegesrändern und auf Lichtungen. Eidechsen sind Allesfresser: Ob Gräser, Insekten – wie Grillen und Fliegen – sie sind keine Kostverächter.

Sonnige Plätze mit Steinhaufen

Die Männchen sind nur bis August aktiv, dann ziehen sie sich langsam in ihre Winterquartiere zurück. Die Weibchen gehen noch einen Monat länger auf Futterjagd, der Nachwuchs legt ab Oktober seine Winterpause ein.

Eidechsen stehen aber auch selbst auf der Speisekarte größerer Tiere: Igel, Vögel, Katzen – sie alle mögen die Reptilien als Snack für Zwischendurch.

Wer Eidechsen im Garten beherbergen möchte, sollte sonnige Plätze mit Steinhaufen anbieten.

 
 

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