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Durch Abrissarbeiten in Duisburg-Meiderich klirren die Gläser im Schrank

27.06.2012 | 08:00 Uhr
Durch Abrissarbeiten in Duisburg-Meiderich klirren die Gläser im Schrank
Das Ehepaar Claudia und Klaus Böhm auf seiner Terrasse an der Herbststraße. Im Hintergrund die Großbaustelle. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool

Duisburg-Meiderich.   Anwohner des Milchhof-Geländes klagen über Staub und Lärm. Nach dem Abriss soll eine Eigenheimsiedlung enstehen.

Für Claudia und Klaus Böhm von der Herbststraße in Meiderich ist die Ruhe dahin, seit Bauunternehmer Walter Hellmich aus Dinslaken vor Wochen damit begann, die alten Milchhof-Hallen abreißen zu lassen. Ihre größte Befürchtung aber ist, dass es mit der Wohnqualität dort dauerhaft vorbei sein könnte, wenn erst die Pläne der Deutschen Reihenhaus-AG auf Bau von über 90 Reihenhäusern (wir berichteten) wahr werden.

Seit 1985 wohnen die Böhms im Hause Herbststraße 32 zur Miete. Besonders markant an ihrer Wohnung ist die hohe Terrasse, von der aus sie einen hervorragenden Blick auf das Milchhofgelände haben. Als sie damals zugezogen waren, erlebten sie den Milchhof noch etwa zwei Jahre lang in Aktion. Seitdem ging es auf dem Gelände ruhig zu, gab es zeitweise wechselnde Nutzer, zum Beispiel einen Gerüstbauer mit seinem Lager. Aber als störend empfanden sie die Nachbarschaft nicht.

Das ist anders geworden, seit Hellmich mit dem Abriss begann. „Das ganze Haus wackelt bei bestimmten Arbeiten“, sagt Claudia Böhm. Ihr Mann weiß, dass sich auch andere Nachbarn beim Polier beschwert haben. Schließlich sei die Staubbelastung hoch, die Autos seien verdreckt.

Von ausreichender Bewässerung der Abrissarbeiten sei die Rede gewesen. „Es war lächerlich“, so die Meidericherin. Einen einzigen Schlauch habe man hingehalten. „Das reicht bei so einem Abriss nicht“, ergänzt Klaus Böhm.

Wenn doch die Bauarbeiter selbst schon Schutzanzüge tragen würden, gibt er zu bedenken, müsse man die Nachbarn doch wenigstens warnen, die Fenster zu schließen - zum Schutz vor Asbeststaub zum Beispiel. Aber solche Informationen habe es nicht gegeben.

„Je nach Windrichtung bekam man eine Menge ab“, klagt Claudia Böhm. „Ich hatte ständig sauber zu machen.“ Erst nach Feierabend auf der Baustelle habe man die Fenster wieder öffnen können. „Es war einfach zu laut“, erklärt sie - von kurz vor sieben Uhr früh bis mindestens 17 Uhr und samstags bis gegen Mittag.

Die Ankündigung von Hellmich in dieser Zeitung, die Anwohner würden nicht belästigt, sei eine Unverschämtheit gewesen, bilanzieren die Eheleute. Zur Zeit sei es die Walze, die den Boden verdichtet und mir ihren Rüttelbewegungen dabei die Gläser in den Schränken zum Wackeln bringt. Klaus Böhm zeigt auf ein Bild an der Wand: „Das ist schon zweimal runtergefallen.“

Martin Kleinwächter

Kommentare
27.06.2012
17:09
Durch Abrissarbeiten in Duisburg-Meiderich klirren die Gläser im Schrank
von Gonzo50 | #3

Aber Leute es geht doch vorbei, und seid doch froh das etwas passiert. Reihenhäuser sind doch besser als eine Fabrik oder ein Kraftwerk vor der Tür....
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2012-06-27 08:00
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