Diskussion ums Outlet-Center in Duisburg-Hamborn

Gregor Herberhold
Der Zinkhüttenplatz mit der Rhein-Ruhr-Halle und dem altem Stadtbad. Foto: Hans Blossey
Der Zinkhüttenplatz mit der Rhein-Ruhr-Halle und dem altem Stadtbad. Foto: Hans Blossey
Foto: www.blossey.eu
Zu einem Informationsabend mit anschließender Diskussion lädt Bezirksbürgermeister Uwe Heider am Dienstag, 28. Februar, ein.

Duisburg-Hamborn. Den mitunter „aggressiven Ton“, der sich in die Diskussion um das geplante Factory-Outlet-Center gemischt hat, mag Bezirksbürgermeister Uwe Heider gar nicht. Er hat Verständnis für die Sorgen und Nöte der Mieter in der Siedlung Zinkhüttenplatz, möchte aber durch eine Versammlung am kommenden Dienstag, 28. Februar, 19 Uhr, erreichen, dass die unterschiedlichen Argumente einmal in entspannter Atmosphäre ausgetauscht werden. Die Moderation übernimmt an dem Abend in der Clauberg-Halle unsere Redaktion.

Eingeladen hat Uwe Heider neben dem Investor Roger Sevenheck (German Development Group) auch Walter Ziegler (Geschäftsführer Immeo Wohnen) und den amtierenden Chef der Stadt Duisburg, Peter Greulich. Zudem werden Mitglieder der in der Bezirksvertretung Hamborn vertretenen Parteien anwesend sein.

Alle Bürger eingeladen zur Diskussion

„Die Veranstaltung wendet sich an alle Bürger, nicht nur die Mieter der Zinkhüttensiedlung“, sagt Heider. So geht er davon aus, dass auch Mitglieder der Werbegemeinschaften kommen werden. Sie alle haben die Möglichkeit, sich in die Diskussion einzubringen.

Für gut 300 Menschen wird es Sitzgelegenheiten in der Halle geben. Die Veranstaltung soll etwa zwei Stunden dauern. Uwe Heider macht im Vorfeld der Diskussionsrunde keinen Hehl daraus, dass er in der Sache noch hin und hergerissen ist: „Ich habe immer noch Bedenken, dass das Projekt nicht klappen könnte“, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion. Er hat Sorge, dass in einem so großen Einkaufscenter nicht alle Läden vermietet werden könnten und dass sich die Geschäfte nicht lohnen. Auf der anderen Seite akzeptiert er den breiten politischen Beschluss, wonach ein solches Outlet-Center mit Designerware gewünscht ist. „Mir ist wichtig, dass am Ende das Beste für Hamborn dabei herauskommt. Und wenn das Center nach einigen Jahren läuft, habe ich keine Probleme damit zu sagen, dass meine heutigen Bedenken falsch waren“, so der Bezirksbürgermeister.

Zinkhüttenplatz-Siedlung soll abgerissen werden

Rund 120 Millionen Euro will die German Development Group in Hamborn investieren. In der ersten Bauphase sollen 95 Geschäfte entstehen, in der zweiten weitere 45. Die Fläche der Rhein-Ruhr-Halle samt Parkplätzen reicht dafür nicht aus. Deshalb will Sevenheck auch die in die Jahre gekommene Zinkhüttenplatz-Siedlung erwerben und abreißen. Einige der Bewohner protestieren aufs Schärfste, wollen die Wohnungen nicht räumen.

Deshalb hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die alles daransetzt, die Pläne zu vereiteln. Sie trifft sich am morgigen Mittwoch, 23. Februar, um 17 Uhr in der Marxloher Kreuzeskirche zu einer Informationsveranstaltung. Neben Alt-Oberbürgermeister Josef Krings konnten auch Prof. Roland Günter, Vorsitzender des gesamten Deutschen Werkbundes, und der alte Chef der Rhein-Ruhr-Halle, Karl-Heinz Hasenbrink, als Teilnehmer gewonnen werden.