Der Feinstaub hielt sich 2013 in Duisburg in Grenzen

Gregor Herberhold
Rauchende Schlote und Smog über dem Duisburger Norden.
Rauchende Schlote und Smog über dem Duisburger Norden.
Foto: WAZ FotoPool
Offiziell sind die Zahlen noch nicht: Aber es sieht so aus, als wenn an allen Duisburger Messstationen die Feinstaubwerte im Jahr 2013 eingehalten wurden. Ende November gab es nur eine Stelle mit 30 Überschreitungstagen – an der Kiebitzmühlenstraße. Erlaubt sind im Jahr 35 Tage,

Walsum/Marxloh/Meiderich. Die Chancen stehen gut, dass die erlaubten 35 Tage mit erhöhten Feinstaubwerten im Duisburger Norden zum ersten Mal seit Jahren nicht überschritten wurden. Derzeit werden die in den vier Messstationen eingesetzten Filter im Labor untersucht. Die Jahresendergebnisse für 2013 werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) voraussichtlich Ende Februar/Anfang März vorgelegt.

Günstige Wetterverhältnisse

Eberhard Jacobs, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit beim Lanuv, wollte sich am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion noch nicht festlegen, ob das Jahreslimit eingehalten wurde. Die günstigen Wetterverhältnisse – Wind und Regen, nur wenige luftaustauscharme Tage – lassen aber hoffen.

Bis Ende November 2013 waren im direkten Umfeld des Thyssen-Krupp-Werkes 29, beziehungsweise 30 Tage mit zu hohen Feinstaubwerten registriert worden (29 Tage an der Kaiser-Wilhelm-Straße neben dem Werk in Bruckhausen, 30 an der Kiebitzmühlenstraße in Schwelgern). Diese beiden Punkte weisen seit Jahren die höchsten Werte im Stadtgebiet auf.

Staub durch schrottverarbeitende Betriebe

An der Untermeidericher Bergstraße sind bis Ende November 18 Überschreitungstage festgehalten worden, an der Sonnenstraße in Walsum 16. In Walsum war der Anstieg im Herbst am stärksten: Dort waren bis Ende September nur 12 Tage registriert worden, nun sind es 16.

In Bruckhausen und Schwelgern gab es im selben Zeitraum zusammen drei weitere Überschreitungen (eine in Schwelgern, zwei in Bruckhausen). In Untermeiderich, wo die Belastung vor allem durch schrottverarbeitende Betriebe verursacht werde, gab es im Oktober und November zwei Tage mehr.

Die in Duisburg aufgestellten Messanlagen des Landesamtes sind so genannte „Referenzanlagen“, die wesentlich genauer arbeiten, als die andernorts eingesetzten. Der Nachteil: Da die Filter in einem aufwendigen Verfahren untersucht werden, dauert die Auswertung etwas länger. Tagesaktuelle Werte gibt es deshalb nicht.

Höchste Belastung in Gelsenkirchen

Feinstaub gilt deshalb als besonders gefährlich, weil er tief in die Atemwege eindringt, aber nicht wieder abgehustet werden kann. Solche Stäube aus der Luft zu filtern, ist technisch sehr aufwendig und kompliziert. Bei Thyssen-Krupp sagt man, dass auf Grundlage des jetzigen technischen Wissens und Machbaren das Ende der Fahnenstange erreicht sei.

Die höchsten Feinstaubbelastungen in NRW sind im vergangenen Jahr in Gelsenkirchen (57 Überschreitungen), Hagen (51), Aachen (44) und Herne (40) gemessen worden.