Dem Ortsteil verpflichtet

Martin Krampitz
Am Dienstag, den1.6.2011 fand in der Aula der Aletta-Haniel-Gesamtschule, Karlstr.2, der Festakt zur neuen Namensgebung statt. Impressionen von dem Festakt. Enthüllung: v.l. Franz Markus Haniel, Christa Klingen, Prof. Dr. Jürgen Kluge Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Am Dienstag, den1.6.2011 fand in der Aula der Aletta-Haniel-Gesamtschule, Karlstr.2, der Festakt zur neuen Namensgebung statt. Impressionen von dem Festakt. Enthüllung: v.l. Franz Markus Haniel, Christa Klingen, Prof. Dr. Jürgen Kluge Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Duisburg-Ruhrort. Die Gesamtschule Ruhrort hat einen neuen Namen: Seit dem 31. Mai heißt sie offiziell Aletta-Haniel-Gesamtschule.

Die Benennung nach der legendären Mitbegründerin des Haniel-Konzerns (1742- 1815) war im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend, denn Schule und Unternehmenssitz liegen nur 250 Meter Luftlinie auseinander. Und die Urmutter des weltweit aktiven Handelskonzerns lebte 43 Jahre mit ihrer Familie im fast ebenso nah gelegenen Packhaus, dem heutigen Haniel Museum am Franz-Haniel-Platz.

Ohnehin verbinden die Schule im Herzen Ruhrorts und das alteingesessene Traditionsunternehmen seit vielen Jahren starke Bande. Zum Beispiel engagiert sich die Haniel-Stiftung, die sich u.a. der Bildung verschrieben hat, seit rund zwei Jahren finanzkräftig an der Schule und fördert sowohl begabte als auch benachteiligte Schüler mit besonderen Stipendien.

Bei der Feier in der voll besetzten Aula ging es Dienstag locker und fröhlich. Der Musikchor der 12. Jahrgangsstufe aus 25 Mädchen und Jungen sang beschwingt den umgetexteten Gospelklassiker „Oh Happy day…“ mit dem Zusatz im Refrain „…when Aletta comes“.

Und auch die prominenten Festredner, darunter Haniel-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Kluge, Franz M. Haniel, der Ururururenkel der Namenspatronin und OB Adolf Sauerland genossen gut gelaunt die heitere Atmosphäre der Feier.

„Ich bin begeistert und Aletta ist es sicher auch!“, bekannte Franz M. Haniel, Mitglied des Familienunternehmens. Haniel erinnerte an seine berühmte Vorfahrin, die nicht nur als engagierte Unternehmerin, sondern auch als Mutter von elf Kindern auch heute noch ein Vorbild für das Unternehmen sei.

Indem die 16jährige Aletta mit dem Oberbefehlshaber der französischen Rheinarmee, die Ruhrort während des Siebenjährigen Krieges besetzt hatte, gesprochen und ihn geküsst habe, habe sie ihren Vater, den damaligen Ruhrorter Bürgermeister Noot, befreit. „Das war eine großartige Leistung. Aletta Haniel war gebildet und konnte fließend Französisch sprechen. Darum habe sie für die Freiheit ihres Vaters kämpfen können. Haniels Schlussfolgerung: „Bildung bringt Freiheit!“

Dann schlug Franz M. Haniel einen thematischen Bogen zu den 900 Schülern der Gesamtschule, denn auch sie kämpften für ihre persönliche Freiheit. Haniel: „Die Bildung, die ihr hier erfahrt, ist die Plattform, die Grundlage, auf der ihr später frei entscheiden könnt, über das, was ihr in Eurem Leben beruflich machen wollt.“ Der Redner erinnerte auch an das soziale Vermächtnis von Aletta Haniel: „Eigentum verpflichtet. Es verpflichtet dazu, anderen Menschen etwas Gutes zu tun oder sinngemäß dazu, dass die Stärkeren den etwas weniger Stärkeren helfen.“

Das Unternehmen erklärt sich deshalb bereit, auch in Zukunft alle Schüler zu unterstützen, damit sie ihren Weg erfolgreich gehen können.