Clevere Kids radeln mit Helm und Licht

In der Gesamtschule Meiderich wird den Kindern in einem Parcours gezeigt, wie wichtig das richtige Licht am Fahrrad ist. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
In der Gesamtschule Meiderich wird den Kindern in einem Parcours gezeigt, wie wichtig das richtige Licht am Fahrrad ist. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
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Im Rahmen der Aktion „Sehen und gesehen werden – Nur Armleuchter fahren ohne Licht“ lernten Schülerinnen und Schüler in Meiderich, wie sie sicher durch den Fahrrad-Herbst kommen

Duisburg - Meiderich.  „Der Kopf ist unser wichtigstes Körperteil, da steckt unser Computer drin und den sollten wir schützen“, sagt Polizeioberkommissarin Kerstin Kühnau von der Duisburger Präventionsstelle für Verkehrssicherheit, während ihr Kollege begeisterten Schulkindern die Funktionsweise von modernem Fahrraglicht erklärt.

Die deutschlandweit geführte Diskussion im Frühjahr diesen Jahres, in deren Rahmen der Sinn von Fahrradhelmen in Frage gestellt wurde? „Geht in die falsche Richtung, aber komplett“, sagt die Polizistin, „wir sind im Gegenteil dafür, dass eine Helmpflicht für Radfahrer eingeführt wird.

Nach ihrem Besuch in der Pausenhalle des Gebäudes Bahnhofstraße der Gesamtschule Meiderich, werden die zahlreichen Mädchen und Jungs aus den fünften Klassen wohl auch dieser Meinung sein.

„Reflektoren-Monster“ sind extrem begehrt

Die Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundliche Städte NRW macht mit dem Projekttag „Nur Armleuchter fahren ohne Licht“ Station in Meiderich. Alexander Czapla, der das Projekt für eine Kölner Agentur umsetzt, hat mit Hilfe der Stadt Duisburg, Polizei und Lehrer-Kollegium für die Kinder einen Parcours aufgebaut.

Hell blinkt und blitzt es hinter den Schauwänden hervor, die Duisburgs Fahrradbeauftragter Peter Steinbicker den Kindern näher bringt. Warnwesten, Felgen-Reflektoren, Helme mit Reflektorstreifen – zu viel des Guten? „Überhaupt nicht“, sagt Steinbicker, „ganz im Gegenteil. Gesehen werden ist alles.“ Zu Helmthema hat Duisburgs oberster Radfahrer auch seine eigene Meinung: „Ich habe diese öffentliche Diskussion damals auch verfolgt und hielt sie für völlig deplatziert. Ich selbst trage immer einen Helm beim Radfahren und kann das nur empfehlen.“

Helm soll sich als cool durchsetzen

Nach und nach werde es sicher auch gelingen, den Helm bei den Kindern und Jugendlichen als chic, als cool durchzusetzen: „Hat ja bei den Ski-Helmen auch geklappt.“ Klassenlehrerin Melanie Düing, die gespannt und fröhlich beobachtet, wie ihre Kinder die jeweiligen Stationen des Parcours absolvieren, hat es besonders eine Station angetan: „Wenn man dort in den 3-D-Projektor hineinschaut, dann kann man Fahrräder mit und ohne Beleuchtung sehen.“ Beide Kategorien, sagt die Lehrerin, sollten die Schüler zählen: „Dann können sie bei einem Quiz mitmachen. Als Hauptpreis gibt es „Reflektoren-Monster“, die sind extrem begehrt.“

Begehrt waren und sind – gerade bei Jungs – Mountainbikes und Rennräder, die möglichst „naked“, also ohne Ausstattung wie Lichter, Schutzbleche, Reflektoren und sonstiges Zubehör sein sollen.

Frage an die Präventions-Polizistin Kerstin Kühnau: Ist dieser Trend nicht das Gegenteil von dem, was den Kindern hier gezeigt wird? „Da hat sich gerade in diesem Jahr sehr erfreuliches getan“, sagt die Kommissarin, „denn die batteriegetriebenen Stecklichter für Rennräder und MTB sind jetzt im Straßenverkehr erlaubt.“

 
 

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