CDU und SPD machen Rückzieher bei Schalom-Platz

Gregor Herberhold
Der Kometenplatz in Walsum.  Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
Der Kometenplatz in Walsum. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
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Duisburg. Ob es einen „Schalom-Platz“ in Walsum geben wird, steht in den Sternen: CDU und SPD zogen den entsprechenden Antrag in der Bezirksvertretung zurück: Man wolle nicht ohne Einbindung von Heimat- und Knappenverein entscheiden.

Ob es einen „Schalom-Platz“ in Walsum geben wird, steht in den Sternen: Am Donnerstagabend zogen CDU und SPD den von ihnen mitformulierten Antrag in der Sitzung der Bezirksvertretung zurück: Man habe vergessen, den Heimat- sowie den Knappenverein einzuschalten, so die Fraktionsvorsitzenden Peter Hoppe (CDU) und Jürgen Feuchtner (SPD).

Über deren Köpfe hinweg wolle man nicht entscheiden. „Wir entschuldigen uns beim Heimatverein“, sagte Feuchtner, der aber ergänzte: „Wir haben alleine das Recht zu entscheiden“ - auch gegen den Willen der Heimatfreunde.

Feuchtner legte Wert darauf, dass es neuerliche „harmonische“ interfraktionelle Gespräche wegen der Platzbenennung gibt. In einer Sondersitzung (voraussichtlich Ende November) soll das Thema wieder auf den Tisch kommen.

Franz Tews von den Walsumer Grünen und Sprecher der Initiative „Erinnern gegen Rechts“, der die Idee für die Platzbenennung hatte, reagierte empört: „Ich bin irritiert, dass der gemeinsame Antrag zurückgezogen wird“, sagte er. Und fügte hinzu: „Ich schäme mich über die Behandlung dieses so sensiblen Themas. Es ist einfach nur peinlich.“

Bezirksbürgermeister Heinz Plückelmann wunderte sich, dass „Herr Tews auf die Tränendrüse drückt“. Es sei ja nichts „kaputtgemacht worden“. Danach wurde das Thema zu den Akten gelegt.

Der Heimatverein lehnt den Namen „Schalom-Platz“ ab: Er favorisiert „Barbara-Platz“, weil dort eine Statue der Schutzpatronin der Bergleute steht. Naziopfer-Gedenkstätten gebe es genug, so Vorsitzender Helmut Schorsch.