CDU-Politiker befragte Narren zum „Schalomplatz“

Gregor Herberhold
Bei der Prinzenproklamation der KG Gruen-Weiss fragte CDU-Bezirkspolitiker Peter Hoppe die Narren nach ihrer Meinung zum „Schalomplatz“. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool
Bei der Prinzenproklamation der KG Gruen-Weiss fragte CDU-Bezirkspolitiker Peter Hoppe die Narren nach ihrer Meinung zum „Schalomplatz“. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Duisburg-Walsum. Eine „Volksbefragung“ bei der Prinzen-Proklamation verschärft die Debatte um den Aldenrader Rathausvorplatz: Peter Hoppe (CDU) fragte 600 Narren, wer den Platz zur Erinnerung an Opfer der Nazis in Schalomplatz umbennen wolle.

Das Thema „Schalomplatz“ beschäftigte auch die Jecken bei der Prinzenproklamation in der Walsumer Stadthalle. CDU-Bezirkspolitiker Peter Hoppe fragte in die lustige Runde, wer dafür sei, dass der Aldenrader Rathausvorplatz in „Schalomplatz“ umbenannt werden soll.

„Keiner hat die Hand gehoben“, sagt der Chef des Walsumer Heimatvereins, Helmuth Schorsch. Er hatte die Party des KG Gruen-Weiss als Zuschauer miterlebt. Das bestätigt Peter Hoppe, der daraus den Schluss zieht: „Das Meinungsbild ist so, dass das keiner will.“

Rund 600 Gäste waren im Saal. Nicht alle fanden es gelungen, dass der Fraktionsvorsitzende der CDU in der Walsumer Bezirksvertretung das ernste und intensiv diskutierte Thema in einer Narrensitzung lautstark ansprach und damit der Lächerlichkeit preisgab.

„Eine Sauerei ohne Ende“

Diskutiert wird dieser „Vorfall“ inzwischen auch in Kreisen der politischen Gegner. Jürgen Feuchtner, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Walsum, der die Vertagung des Themas mitentschieden hatte, wählt starke Worte: „Das ist eine Sauerei ohne Ende, wie da Stimmung gemacht wird. Ich bin umgefallen, als ich das gehört habe. Ich bleibe bei Schalomplatz.“

Am Donnerstag wird es ein interfraktionelles Gespräch wegen der Namenswahl geben. Daran soll auch der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, Michael Rubinstein, teilnehmen. Öffentlich allerdings ist die Sitzung nicht.

Wie berichtet, hatte die Bezirksvertretung Walsum einen gemeinsamen Antrag formuliert, den Platz zur Erinnerung an die Opfer des Nazi-Regimes in Schalomplatz umzubenennen. Überraschenderweise wurde der Antrag dann plötzlich abgesetzt, weil CDU und SPD noch Beratungsbedarf sahen. Man habe vergessen, den Heimatverein zu befragen, lautete die Begründung. Das solle nachgeholt werden.

Der Heimatverein Walsum lehnt den Namen ab, will die Fläche stattdessen in „Barbara-Platz“ umbenannt wissen, in Erinnerung an den Bergbau, der über lange Zeit für Arbeit und Wohlstand in Walsum sorgte.