Bürger pflanzten einen Baum im Stadtpark Duisburg-Meiderich

Meiderich miteinander: Bürger pflanzten einen Baum. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Meiderich miteinander: Bürger pflanzten einen Baum. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Als Zeichen des Zusammenwachsens von Kulturen, Religionen und der Menschen im Stadtteil Meiderich pflanzte der Arbeitskreis Schule und Stadtteil (Aksus) mit Bürgern einen Baum.

Duisburg-Meiderich. Als Zeichen des Zusammenwachsens von Kulturen, Religionen und der Menschen im Stadtteil Meiderich pflanzte der Arbeitskreis Schule und Stadtteil (Aksus) mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen am Sonntag einen Goldtrompetenbaum im Stadtpark an der Bürgermeister-Pütz-Straße.

Bei herrlichem Frühlingswetter hatten rund 80 Bürger, darunter Mitglieder der Bezirksvertretung Meiderich/Beeck, der Stadt und der ortsansässigen Religionsgemeinschaften in den Park gefunden, um die Aktion miterleben zu können. Das fast ein Kubikmeter große Loch hatten Arbeiter schon ausgehoben und den stattlichen, rund fünf Meter hohen Baum bereitgelegt. Muslime, Christen und Juden mussten ihn also nur noch gemeinsam aufrichten und das Wurzelwerk anschließend mit Erde bedecken und dem Baum eine erste Portion Wasser reichen. Eine feierliche, aber auch fröhliche Veranstaltung.

Vorausgegangen waren kleine Ansprachen. Nigar Yardim, Integrationsbeauftragte vom Verband der islamischen Kulturzentren, wies auf die Bedeutung des Baumpflanzens im Islam hin: „Es ist eine bleibende, fromme Tat, die über das Leben der Person hinaus wirkt. Denn Bäume sind Hoffnungsträger.“

Ähnlich äußerte sich auch Michael Rubinstein, Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde Duisburg: Er verwies auf die Kraft der Bäume im Heiligen Land. Dort schafften sie es, aus Wüste fruchtbare Gegenden zu machen.

Fruchtbar, so Dieter Lesemann, Chef des Aksus, sei die Arbeit der 1993 vom Arbeitskreis ins Leben gerufenen Aktion „In Meiderich miteinander“ gewesen. Aber: Man müsse stets weiter daran arbeiten, dass wirklich alle Menschen im Stadtteil miteinander auskommen, und das möglichst gut und konfliktfrei. Genau aus diesem Grunde wurde ein Trompetenbaum gewählt: Er wachse zwar langsam, werde dafür im Laufe der Zeit aber immer mächtiger. Das passe ausgezeichnet zur Philosophie des Arbeitskreises und dessen Motto: In Meiderich miteinander.

Dass die Miteinander-Aktion zum jetzigen Zeitpunkt stattfand, hängt auch mit dem Bekanntwerden der Neonazi-Morde zusammen. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, erklärte Lesemann.

Kinder einer Meidericher Grundschule wurden in die Aktion ebenfalls eingebunden: Sie schrieben eigene und an sie von den Bürgern herangetragene Wünsche auf Spruchbänder, die sie unweit des neuen Baumes an die Äste eines alten, stattlichen „Riesen“ banden. Dort flattern sie nun und tragen die Wünsche mit dem Wind in alle Himmelsrichtungen.

Eine Sitte, die aus der Türkei kommt: Dort haben Wunschbäume eine lange Tradition.

 
 

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