Blumen und Blutwurst begeisterten Walsumer

Der Blumenmarkt feierte in Walsum eine erfolgreiche Premiere. Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Der Blumenmarkt feierte in Walsum eine erfolgreiche Premiere. Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
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Marktschreier-Tage auf dem Kometenplatz zogen am Pfingswochenende die Massen an.

Walsum..  Die große Blumenauswahl des neuen Pflanzenmarktes hat es den Walsumern am langen Pfingstwochenende auf dem Kometenplatz besonders angetan. Gegen die stille Konkurrenz der dekorativen Gewächse hat sich die laute Gilde der Marktschreier ganz schön nach der Wagendecke strecken müssen.

Gegen Wurst-Achim und seine Nudel- und Käsekollegen ist kein Kraut gewachsen, sollte man meinen. Aber die Kunden zieht es am Sonntagvormittag auf dem gut besuchten Kometenplatz doch erstmal zu den Hortensien, der schwarzäugigen Susanne und dem weißem Mohn.

Gehhilfe voller Erdbeerpflanzen

Saisonpflanzen für Garten und Balkon laufen wie von selbst. Und das wortwörtlich: Karl-Heinz Berger nutzt beim Einkaufen den rollenden Heimvorteil. Er hat sich seine Gehhilfe so voller blühender Erdbeerpflanzen gepackt, dass er auf den ersten Blick wie ein mobiles Beet aussieht.

„Weiß ich jetzt auch nicht, ob die alle auf den Balkon passen, meine Frau hat schon geschimpft“, sagt der Rentner augenzwinkernd, „zur Not gebe ich der Nachbarin welche, an deren Balkon komme ich nachher mit der ausgestreckten Hand zum Ernten ran.“ Hinter ihm hält der Händler die nächsten Erdbeertöpfe hoch: „Sechs Euro das Stück, zwei Stück ein Zehner“, ruft er.

„Ich hoffe, die gehen dir alle ein“, grollt Wurst-Achim einer Dame hinterher, die mit einer Stiege bunter Primeln wurstlos vorübereilt. Aber so schnell gibt ein echter Marktschreier, der beruflich immer auf der Grenze zwischen Schausteller und Händler balanciert, nicht auf.

„Hier guck mal, eine Dicke, eine Scharfe und eine Trockene“, brüllt er, dass sich die Kübelpalmen und die Orchideen des holländischen Blumenhändlers im Wind wiegen. Die Besucher an Karussell und Grillstand kringeln sich – ist doch nicht ganz klar, ob er seine Würste meint, oder die drei Kundinnen vor dem Truck.

Er donnert eine lufttrockene Wurst auf die Theke: „Hier, eisenhart, das sind noch alte Wehrmachtsbestände“, behauptet er, und legt noch eine spanische Chorizo, ein Stück Kassler und Schinken in die Tüte. Schon hat er wieder 15 Euro im Sack. „Die sind wenigstens nicht fies für was zu verkaufen“, bewundert eine Kundin den Einsatz der Stimmakrobaten, aber ein bisschen laut ist es schon.

Die Vertreterin für handliche Druckdampf-Bügeleisen muss immer warten bis Achim Luft holt, bevor sie den vielen Zuschauern ihr 200 Gramm leichtes Faltenwegzaubergerät für 20 Euro erklären kann. „Ich mach da abends mein Gesicht mit, in Wahrheit bin ich schon 97“, sagt die Bügelfee.

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