Autofahrer haben in Duisburg mitunter keinen Durchblick

Kaum noch leserliche Schilder in Meiderich. Foto: Udo Milbret/WAZ-FotoPool
Kaum noch leserliche Schilder in Meiderich. Foto: Udo Milbret/WAZ-FotoPool
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Duisburg. Wer durch die Großstadt Duisburg fährt, stellt alle paar Meter fest, dass etliche Verkehrsschilder in einem elenden Zustand sind. Besonders schlimm sehen die Tafeln aus, die den Fernverkehr in Meiderich auf den richtigen Weg leiten sollen: Die Ausschilderungen zur Autobahn 42 am Übergang von der Duisburger Straße zur Neumühler Straße sind kaum noch lesbar. Die Farbe blättert ab, wer kein Navigationsgerät benutzt, ist zum Richtungsraten verdammt.

Weniger dramatisch, aber dennoch nicht erfreulich sind Schilder mit Straßennamen, die nicht mehr komplett sind, wie etwa an der Einmündung Duisburger Straße in die Stockholmer Straße. Dort ist das große „S“ verloren gegangen, so dass die Zufahrt zur A 59 in Richtung Norden nun „tockholmer Straße“ heißt.

Hinweise werden überklebt

Eine Seuche sind Aufkleber auf Verkehrsschildern, wie man sie vor allem im Umkreis von Schulen vermehrt findet. Da wird schon mal der Hinweis an Radler, dass sie die Einbahnstraße in beiden Richtungen befahren dürfen, zugeklebt. Da wird auch der Hinweis, wie lange das Auto mit Parkscheibe am Straßenrand stehen darf, unkenntlich gemacht. Und Rabauken machen sich einen Spaß daraus, Hinweistafeln zu verbiegen oder sonst wie zu demolieren.

Leidtragende sind die Autofahrer, geschädigt wird aber auch die Stadtverwaltung. Denn die muss die beschädigten Schilder auswechseln. Sage und schreibe 3000 Stück pro Jahr, wie Stadtsprecherin Anja Huntgeburth auf Anfrage unserer Zeitung berichtet. Keine Lappalie. Vielmehr ein Schlag ins Kontor: „Insgesamt geben wir im Jahr einhunderttausend Euro für den Austausch von Schildern aus.“

Große Richtungstafeln kosten rund 2200 Euro

Standardschilder wie „Halteverbot“, „Einbahnstraße“ etc. kosten rund 40 Euro, hinzu kommt die Montage. Große Richtungstafeln, wie die an der A 42-Auffahrt, kosten gleich rund 2200 Euro (ausgetauscht werden diese Meidericher Hinweisschilder übrigens im kommenden Frühjahr).

Die Stadt Duisburg will wegen der Finanzprobleme nur noch die Verkehrszeichen ersetzen, „die unbedingt nötig sind“. Alle anderen werden nach und nach entsorgt. So macht man in dieser Stadt aus der Not eine Tugend: „Das lichtet den Schilderwald“, sagt Anja Huntgeburth.

Und haben Verkehrsschilder wie „Parkverbot“ denn überhaupt noch rechtliche Bedeutung, wenn sie überklebt oder demoliert sind, wollte die Redaktion noch wissen. Die Antwort der Stadtsprecherin: Wenn der Inhalt als solcher weiterhin klar erkennbar sei, dann ja.