Auch Kinder gehen auf die Straße

Kinder aus dem Röttgersbach protestierten gegen die geplanten Kirchenschließungen. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Kinder aus dem Röttgersbach protestierten gegen die geplanten Kirchenschließungen. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Duisburg-Hamborn/Essen.. Von Hamborn bis zum Bischof in Essen sind es rund 30 Kilometer. Mindestens, sagen manche Katholiken in Röttgersbach, gefühlt ist die Distanz jetzt sogar noch viel weiter. Denn seit das Bistum verkündet hat, mehrere katholische Kirchen der Großpfarrei St. Norbert schließen zu wollen, spüren die Gemeindemitglieder so etwas wie Entfremdung von der Mutterkirche.

Jetzt gingen sogar 180 Kinder der Grundschule am Park und 76 Jungen und Mädchen der Kita St. Barbara auf die Straße. Mit ihren Lehrerinnen und Erzieherinnen bildeten die Kleinen auf rund 500 Metern eine symbolische Menschenkette zwischen der Grundschule und der Kirche – und reichten ein Licht der Hoffnung weiter.

Wärmender Glühwein vor der Heimfahrt

Am Freitagnachmittag machte sich zudem eine rund 50-köpfige Protest-Delegation auf den Weg nach Essen zum Bistum. Dort überreichte die Gruppe, die aus Mitgliedern der Gemeinden St. Barbara und St. Norbert bestand, eine großformatige, selbst gebastelte Weihnachtskarte. Bischof Franz-Josef Overbeck wünschen die Duisburger „Nordlichter“ damit eine – buchstäblich – besinnliche Weihnachtszeit. In der Hoffnung, dass er über die Feiertage zu der Erkenntnis kommt, doch nicht so viele Kirchen zu schließen wie ursprünglich angedacht (wir berichteten mehrfach).

Die Duisburger hatten gehofft, den Bischof selbst anzutreffen, standen aber buchstäblich im Regen. Immerhin hatte der Pförtner des Generalvikariats ein Einsehen und ließ eine kleine Delegation bis zum Sekretariat vor.

Dort nahm man die große und eine weitere von Kindern gestaltete „Weihnachtskarte“ an und versicherte, sie an Franz-Josef Overbeck weiter zu leiten. Nach wenigen Minuten war die Aktion am Bischofssitz in Essen damit beendet.

Gleich nach Duisburg zurück wollte die muntere Demonstranten-Truppe trotzdem nicht: Völlig durchfroren und auch nass zog man erst einmal zum Weihnachtsmarkt und gönnte sich einen wärmenden Glühwein, bevor der Bus wieder in Richtung Heimat rollte.

 
 

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