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EG DU in Bruckhausen II

470 000 städtische Euro in den Sand gesetzt

20.05.2012 | 18:30 Uhr
470 000 städtische Euro in den Sand gesetzt
In der Bruckhausener Bürger- und Händlerschaft wächst der Unmut gegen das Grüngürtel-Projekt. Viele fühlen sich übergangen und übervorteilt. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool

Duisburg-Bruckhausen.   Geschäftsmann prangert verschleuderte Subventionen für Bruckhausener Bauprojekt an

Ein besonderes Dorn im Auge sind der Bruckhausener Transparenz-Initiative die Vorgänge um das Grundstück Eilperhof­straße 1 und 3, ein ursprünglich unbebautes Grundstück mit benachbartem Wohnhaus. Veysal Sahina handelt dort bis heute mit gebrauchten Elektrogeräten.

Beides gehörte ursprünglich ihm. 1994 habe die EGDU ihm vorgeschlagen, die Baulücke zu schließen und ihm dabei finanziell zu helfen. Die für den Neubau nötigen 1,4 Mio DM, sagt er, sollten ihm zinsgünstig finanziert werden. „Dann hieß es, dafür stünden 1,1 Mio DM zur Verfügung“, fährt er fort. Als er die Zusage seiner Bank für die Finanzierung des Rests gehabt habe, habe es geheißen, zur Sicherheit müsse er die Eintragung einer Grundschuld auf sein Wohnhaus zugunsten der EGDU zulassen. Das lehnte er ab.

Sein Architekt habe ihm später einen Interessenten vorgestellt, dem er schließlich das Wohnhaus mit Baugrundstück für 300 000 DM verkauft habe. Der Käufer sei jedoch nach einem Jahr verstorben und dessen Sohn habe das Objekt an den Architekten weiterverkauft.

Dieser Architekt schließlich habe das Grundstück mit öffentlichen Mitteln mit einem Zehn-Familien-Haus bebauen können. Denn auf das Grundstück sei eine Grundschuld in Höhe von 550 000 € zugunsten der Stadt eingetragen, allerdings nur im zweiten Rang. Im ersten Rang sei eine Grundschuld über 160 000 € zugunsten einer Bank eingetragen. Mehmet Yildirim weiß das von der Zwangsversteigerung des Objektes im Jahre 2007. „Damals lag der Verkehrswert bei 410 000 €“, sagt er. Der Zuschlag für das Haus habe am Ende bei 240 000 € gelegen.

„Wie kann man es sich als Hauptgläubiger leisten“, fragt Turhan Senel, „mit 550 000 € lediglich an zweiter Stelle im Grundbuch zu stehen?“ Oder gebe es weitere Sicherheiten, wie man sie von Sahina verlangt hatte? Nach Befriedigung des Erstgläubigers, der Bank, seien gerade einmal 80 000 € für die Stadt übrig geblieben. 470 000 € seien demnach in den Sand gesetzt worden. Und das sei möglicherweise nur die Spitze eines Eisbergs.

Martin Kleinwächter

Kommentare
22.05.2012
14:12
470 000 städtische Euro in den Sand gesetzt
von dr_john_becker | #6

In Bruckhausen wird und wurde seit Jahren Politik über den Bürgerwillen hinweg gemacht.

Den Abriss hat kein Einwohner gewollt - NIEMAND! Aber gefragt wurde auch niemand, stattdessen wurde a) das Viertel von ca. 2007 an bis heute bewusst infrastrukturell geschwächt um b) 2011 / 2012 den Abriss zu rechtfertigen und die Leute vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Mit Demokratie und Bürgerbeteiligung jedenfalls hat all das, was in den vergangenen 5 Jahren in Bruckhausen geschehen ist, nicht das Geringste zu tun.

21.05.2012
13:10
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21.05.2012
12:17
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21.05.2012
07:26
470 000 städtische Euro in den Sand gesetzt
von PSorensen | #3

In den städtischen Gesellschaften dieser Stadt wird noch mehr Geld verschleudert für die Bezahlung der versorgten Parteischranzen, z.B. erhält der Duisburg Marketingchef aufgrund eines rechtswidrigen Vertrages jährlich über 150.000 €; dafür dürfen bei der DMG dann auch Söhne und Töchter anderer Parteischranzen z.B. als EDV-Chef auch völlig überteuerte Gehälter kassieren. Deshalb ist Duisburg pleite und wird immer pleite bleiben!

21.05.2012
07:19
Wissen macht aah....
von WeissBlau | #2

Wohnungsbauförderungsdarlehen ziehen immer Grundschulden nach sich, für die Wohnungsbauförderungsanstalt des Landes oder die Stadt, je nachdem woher das Geld kommt. Niemals aber für eine Entwicklungsgesellschaft, von der definitv niemals Geld hätte kommen können.
Damals hat man im übrigen - vor dem Hintergrund der Wohnungsnot nach der Wiedervereinigung - noch an die Reaktivierung aller Wohnungen auch in Bruckhausen geglaubt.... das Gegenteil ist Jahre später eingetreten....
Wohnngsbaugrundschulden werden zudem immer nur nachrangig, d.h. hinter den erstrangigen Grundschulden der Banken eingetragen, da dies sonst für den Bauherren höhere Zinsen zur Folge hätte.... auch dies ein Bundesweit, in allen Ländern geübtes Verfahren ... ja und natürlich ist es nicht das Ziel, eine Grundschuld nicht zurückzubekommen, aber das hat hier nun sehr spezielle Gründe und keine Kungelei, Herr Kleinwächter: Das konnten Sie wissen, sie sollten es eigentlich wissen und derartiger Polemik keinen Vorschub leis

20.05.2012
22:24
470 000 städtische Euro in den Sand gesetzt
von Dieselpumpe | #1

470.000 Euro - Die Spitze des Eisbergs!

Der Wahnsinn wird weitergehen……..
keiner „contollt“ den Laden
keiner muss Regress befürchten

Wenn Kohle fehlt wird an der Gebühren-/Abgabenschraube gedreht bis Blut kommt.

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470 000 städtische Euro in den Sand gesetzt
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2012-05-20 18:30
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