121 Häuser fallen für den Grüngürtel in Duisburg-Bruckhausen

Drei Häuser am Kringelkamp werden derzeit für den Grüngürtel abgerissen.
Drei Häuser am Kringelkamp werden derzeit für den Grüngürtel abgerissen.
Foto: WAZ-Fotopool
Derzeit laufen weitere Abrissarbeiten in Nachbarschaft des Thyssen-Werks in Duisburg-Bruckhausen. Bis Ende des Jahres sollen noch weitere 70 Häuser verschwinden, in Summe am Ende 121. Ab Anfang 2014 soll im Schatten des Stahlwerks dann der Grüngürtel entstehen.

Duisburg-Bruckhausen.. Mit ziemlichem Getöse geht der Abriss in Bruckhausen weiter. Die ersten drei Häuser verschwinden derzeit am Kringelkamp, Nahe der Einmündung Kronstraße (Hausnummern 15, 17 und 19). Unermüdlich reißt die Bag­gerschaufel Wand für Wand, Decke für Decke weg, als würde es sich um Spielzeughäuser handeln. Nur noch wenige Tage dauert es, dann sind dort die Arbeiten erledigt und der Bagger kann zum nächsten Objekt weiterrollen. Der Bauschutt wird direkt abtransportiert. Er eignet sich nicht zur Weiterverarbeitung vor Ort.

Bis weit in den Herbst hinein werden die Abbrucharbeiten im Schatten des Thyssen-Werkes dauern. Insgesamt verschwinden bis zum Jahresende noch knapp 70 Gebäude, so eine Sprecherin der federführenden Entwicklungsgesellschaft Duisburg. Somit sind es am Ende insgesamt 121 Häuser. Dort, wo die Gebäude fallen, wird ab Anfang 2014 der „Grüngürtel“ entstehen. Ein Park mit Wall und Eingängen an verschiedenen Stellen. Er soll die Einwohner etwas vor den Emissionen des Stahlwerks schützen. Aber: Er soll auch die Zufahrt von der A 42 zum Thyssenwerk verschönern. Jetzt geht es an zum Teil seit Jahren vernagelten Schrottimmobilien vorbei, wenn man zur TKS-Hauptverwaltung gelangen möchte. Künftig wird der Besucher auf der einen Seite das Werk, auf der anderen eine grüne Landschaft vorfinden. 2015 soll ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen sein.

72 Millionen Euro Gesamtkosten

Der Grüngürtel wird 500 Meter lang sein und auf rund 90.000 Quadratmetern Fläche entstehen. Hinter einem etwa vier bis sechs Meter hohen Wall wird es Flächen geben, die für Freizeit- und Sportaktivitäten zur Verfügung stehen. 19 Landschaftsarchitekten hatten vor drei Jahren Gestaltungsentwürfe eingereicht – wir berichteten. Umgesetzt werden soll ein Entwurf, der mehrere behindertengerechte Aussichtsstellen auf die Indus­triekulisse vorsieht. Aber: Die Bürger sollen auch bei der Gestaltung beteiligt werden.

Der Wall, auch als Landschaftsbauwerk bezeichnet, kostet rund sechs Millionen Euro, die ganze Grüngürtelmaßnahme 72 Millionen Euro, die zur Hälfte von Thyssen, zur anderen Hälfte von Bund, Land NRW und Europäischer Union getragen werden.

Bei der jetzigen Maßnahme werden noch folgende Häuser beseitigt: Bayreuther Straße 19 und 21, Dieselstraße 3, 4, 5, 6, 7, 17 und 19, Edithstraße 14 und 16, Kaiser-Wilhelm-Straße 70, 74, 76 und 78 sowie Arnold-Overbeck-Straße 50, 52 und 54 (in Beeck).

 
 

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