„Nicht meine Heimatstadt, aber mein Zuhause“

Foto: Funke Foto Services

An der Universität Duisburg-Essen studieren und forschen Menschen aus 130 Nationen. Sie kommen aus China, Brasilien und Kanada, Südafrika, Kenia und den USA. Für den Beitrag der Uni zu den Akzenten hatte Glaucia Peres da Silva, Sozialwissenschaftlerin aus Sao Paulo, die Idee zu „Neue Heimat Duisburg“. Neun internationale Uni-Angehörige schildern da ihre Erfahrungen mit und in Duisburg. Auf Plakaten vor dem Audimax an der Lotharstraße 65 sind sie nun zu lesen. Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Ute Klammer, Prorektorin der UDE für Diversity-Management und Internationales, wurde die Ausstellung am Montagabend eröffnet.

„Ein freundlicher Ort, klein und ruhig“, sagt Xiaowen Jin über Duisburg. Kein Wunder: Der Ostasienwissenschaftler kommt aus Shanghai. Die Nachbarin, die in Neudorf seinen Müll kontrolliert und ihm dann böse Briefe schreibt, gibt es dort offenbar nicht. „Das stört mich“, schreibt der junge Chinese.

Nicht so lebendig wie Düsseldorf oder Köln sei Duisburg, bedauert Gor Nayayan. „Wenn ich frei habe, fahre ich oft nach Köln.“ Doch die Stadt habe auch schöne Seiten: Das Wedau-Stadion schätzt der Fußball-Fan aus Armenien.

„Freundlich und angenehm“, habe die Stadt zunächst auf sie gewirkt, schreibt Glaucia Peres, dann habe sie die sichtbare Armut in einigen Stadtteilen überrascht. „Es war die Entdeckung einer Kehrseite, die mich an meine Heimat Sao Paulo erinnert.“ Eine weitere Gemeinsamkeit: „Die Mobilität mit dem ÖPNV bleibt eine Herausforderung.“

Positiv fällt das Urteil von Connor Malloy aus. „Duisburgs größter Nachteil ist sein schlechter Ruf und das Negativ-Image“, findet der Kanadier. Der „Garten der Erinnerung“ am Innenhafen ist sein liebster Platz: „Ich wusste sofort, dass ich an einem bedeutenden Ort bin.“

Viel Kultur, gute Museen, das Weinfest, der Sportpark Wedau – Yuan Li lebt gern in Duisburg. Und das Leben ist günstiger als in anderen Großstädten. Ein wichtiger Punkt, findet der Ökonom. Er sagt: „Duisburg ist nicht meine Heimatstadt, aber mein Zuhause.“

 
 

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