Neujahrsempfang in der Salvatorkirche

Sabine Merkelt-Rahm
350 geladene Gäste empfing der Evangelischen Kirchenkreis in der Salvatorkirche, darunter auch Vertreter von Katholiken, Moslems und Juden.
350 geladene Gäste empfing der Evangelischen Kirchenkreis in der Salvatorkirche, darunter auch Vertreter von Katholiken, Moslems und Juden.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Mit dem ersten Advent beginnt für die Christen das neue Kirchenjahr. Zum Neujahresempfang des evangelischen Kirchenkreises Duisburg kamen am Samstagabend 350 geladene Gäste in die Salvatorkirche, darunter waren auch Sören Link, Bärbel Bas, Bezirksbürgermeister Manfred Osenger und Stadtdechant Bernhard Lücking, sowie Vertreter der muslimischen und jüdischen Gemeinden. „So viele Zusagen hatten wir noch nie“, freute sich Superintendent Armin Schneider bei der Begrüßung seiner Gäste in der alten Stadtkirche, „ob das wohl am heutigen Redner liegt?“

Noch hat Gastredner Nikolaus Schneider, dessen Amtszeit als leitender Geistlicher der Rheinischen Landeskirche im nächsten Jahr endet, von Düsseldorf aus eine kurze Anreise in seine Geburtsstadt Duisburg. „Wenn ich hier bin, habe ich immer das Gefühl, ich komme nach Hause“, sagte der höchste Repräsentant der evangelischen Christen in Deutschland. Er bleibt weiterhin Ratsvorsitzender der EKD und wird deswegen nach dem Ende seiner Zeit im Düsseldorfer Landeskirchenamt nach Berlin umziehen.

„Reformation und Toleranz“, das Leitmotiv des neuen Kirchenjahres, war Thema seines Vortrags. „Martin Luther, den Eiferer für die Erneuerung der Kirche, wird wohl niemand als Vorbild für Toleranz zitieren wollen“, das ist dem Ratsvorsitzenden klar. Die Reformation habe Konfessionskriege ausgelöst, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichten. „Wir Evangelischen sind uns doch untereinander erst seit 1973 so grün, dass Reformierte und Lutheraner miteinander Abendmahl feiern können, deshalb haben wir keinen Grund, uns den katholischen Geschwistern gegenüber auf das hohe Ross zu setzen. Wir müssen einfach Geduld miteinander haben“, sagte Schneider. Er berichtete von den komplizierten Bemühungen des Rates der EKD, gemeinsam mit der Deutschen Bischofskonferenz zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 einen Bußgottesdienst zu organisieren. „Da könnten wir Gott zusammen um Vergebung bitten, für die Dinge, die wir einander angetan haben.“

Zu einem vertieften Miteinander führe nur das Lernen aus der langen Geschichte der Intoleranz.