Neuer Bericht über Polizei-Fehler bei Loveparade in Duisburg

Thomas Richter
Zur Rolle der Polizei bei der Loveparade-Katastrophe sind neue Details bekannt geworden. Foto: imago
Zur Rolle der Polizei bei der Loveparade-Katastrophe sind neue Details bekannt geworden. Foto: imago
Foto: imago stock&people
Neue Details zur Rolle der Polizei bei der Loveparade-Katastrophe: Laut Aussagen des Einsatzstabsleiters verlief ein Schichtwechsel auf der Rampe wohl fehlerhaft. Polizei und Staatsanwaltschaft in Duisburg halten sich bedeckt.

Duisburg. Zur Rolle der Polizei bei der Loveparade-Katastrophe sind neue Details bekannt geworden: „Der Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass der Schichtwechsel der Polizei auf der Rampe um 15.30 Uhr fehlerhaft verlaufen sei.

Das Nachrichtenmagazin stützt sich auf die Aussagen von Jörg S. – der leitete am Tag der Loveparade den Einsatzstab der Polizei und war somit „zweiter Mann“ hinter Polizeiführer Kuno Simon, gegen den die Staatsanwaltschaft Duisburg als einen von insgesamt 16 Beschuldigten ermittelt.

Im 138 Seiten umfassenden Vernehmungsprotokoll äußerte S., der laut WAZ-Informationen nicht dem Polizeipräsidium Duisburg, sondern dem ständigen Stab des Düsseldorfer Präsidiums angehört, dass die Polizeieinheit auf der Rampe fälschlicherweise mit ihren fünf dort abgestellten Fahrzeugen abgerückt sei. Der Konvoi hätte zusätzlichen Druck auf die Massen erzeugt.

„Der Fahrzeugwechsel hätte nicht erfolgen dürfen“, wird Jörg S. zitiert. Dies sei beim Ortstermin mit Veranstalter und Feuerwehr im Juni 2010 ausdrücklich abgestimmt gewesen. Die Polizei-Mannschaften hätte zu Fuß ausgetauscht werden sollen. Wer den Befehl zum Abrücken der Fahrzeuge gab, sagt S. nicht.