Neue Läden und Misstöne auf der "Musikmeile Sonnenwall"

Von "andrä" zu "Red Rose" und der "Schallplatte" ist es nur ein Katzensprung. Der Duisburger Sonnenwall. Foto: Christoph Reichwein / WAZ FotoPool
Von "andrä" zu "Red Rose" und der "Schallplatte" ist es nur ein Katzensprung. Der Duisburger Sonnenwall. Foto: Christoph Reichwein / WAZ FotoPool
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Am Sonnenwall haben die Plattenläden Nummer drei und vier eröffnet: "andrä" vertreibt alte Sammlungen, der "Duisburger Medien Discount" ist ein Ableger des ebenfalls dort beheimateten "Red Rose". Misstöne sind auf der neuen Musikmeile aber deutlich zu vernehmen.

Duisburg. Soho oder Notting Hill in London, das East Village oder Williamsburg in New York – Musikfreunde, die von diesen Stadtteilen hören, denken gleich an geballte Plattenläden-Vorkommen. Der Duisburger Sonnenwall? Nein, dort ist man längst noch nicht so weit. Doch hat sich im letzten Monat etwas getan: Auf engstem Raum sind nun vier Geschäfte zu finden, in denen CDs und LPs angeboten werden.

Modernes Antiquariat mit Filialen in Dortmund und Duisburg

Vor fünf Wochen zog ein neuer Händler in die Innenstadt, der für Bewegung sorgte. Die kleine Kette „andrä“, die auch Filialen in Dortmund und Münster betreibt, übernahm das Ladenlokal eines Drogeriemarktes. „Wir haben ein anderes Konzept als die anderen“, betont Dirk Andrä, der vor bald 25 Jahren das erste Geschäft in Dortmund eröffnete. „Wir sind ein modernes Antiquariat, ein An- und Verkauf.“ Eingekauft wird zum Beispiel bei Geschäftsauflösungen, aber auch für private Sammlungen interessiert sich die Firma und lässt einen Mitarbeiter dafür quer durch die Republik reisen. Da solche Sammlungen oft über Jahrzehnte aufgebaut wurden, kommen so auch immer wieder Raritäten in die Regale und Schaufenster von „andrä“. Aktuelle Veröffentlichungen sind deshalb nur selten darunter, Neuware wird nicht bestellt.

Beinahe so lange wie Andrä in Dortmund dabei ist, betreibt auch Bernd Trede seinen Plattenladen in Duisburg. „Far Out“ am Kuhlenwall ist nur einen Steinwurf vom Sonnenwall entfernt und eine Institution bei Musikliebhabern. Trede sah viele Mitbewerber in der Innenstadt kommen und gehen, erinnert sich auch an die 80er, als Duisburg mit einem besonders großen Angebot an Plattenhändlern glänzte. Ihn sorgt die neue Konkurrenz nicht, im Gegenteil. „Ich glaube, dass man sich gegenseitig befruchten kann“, sagt Trede. Wenn durch das neue Angebot mehr Käufer aus anderen Städten angelockt würden, könnten alle davon profitieren. Und wer dann in den neuen Geschäften „steht und sich über Musik unterhält, der wird auch mal sagen: Da hinten ist übrigens noch ein Laden“, so Trede.

"Duisburger Medien Discount" mit Vinyl in der ersten Etage

Mit der „Schallplatte“ und „Red Rose“ sind zwei weitere CD- und Vinylhändler am Sonnenwall beheimatet. Letzterer eröffnete nach dem Einzug von „andrä“ gegenüber seines Ladenlokals den „Duisburger Medien Discount“ mit einem zusätzlichen CD-Angebot. In der ersten Etage sollen hier bald Schalplatten stehen.

Zum neuen Nachbarn möchte sich der „Red Rose“-Inhaber nicht äußern. Misstöne sind auf der neuen Musikmeile aber dennoch deutlich zu vernehmen. Doch die Kunden sollten sich über das zusätzliche Angebot freuen. (za)