Neue Kontaktstelle für Loveparade-Geschädigte in Duisburg eröffnet

Von Thomas Richter
Die neue Kontaktstelle des Vereins Loveparade Selbsthilfe in der Duisburger Stadtmitte ist ab sofort immer donnerstags von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet.
Die neue Kontaktstelle des Vereins Loveparade Selbsthilfe in der Duisburger Stadtmitte ist ab sofort immer donnerstags von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet.
Foto: WAZFotoPool
Betroffene der Loveparade-Katastrophe in Duisburg können sich an eine neue Kontaktstelle wenden. Diese soll dabei helfen, das Erlebte und Erlittene zu verarbeiten. Viele Besucher des Techno-Events leiden immer noch an psychischen und körperlichen Beschwerden.

Duisburg. Auch fast zwei Jahre nach der Loveparade-Katastrophe leiden noch immer zahlreiche Betroffene massiv unter den Nachwirkungen – körperlich und psychisch. „Viele stehen vor einem Berg von Problemen, der sich vor ihnen auftürmt. Wir wollen diesen Menschen helfen, diesen Berg Stück für Stück wieder abzutragen“, sagt Jürgen Hagemann, Vorstandsmitglied des Vereins Loveparade Selbsthilfe.

Dieser hat gestern seine neue Kontaktstelle im Rahmen einer kleinen Feierstunde offiziell eröffnet. Sie befindet sich im Veranstaltungszentrum „Der Kleine Prinz“ (Schwanenstraße 5-7, Innenstadt) und wird künftig einmal pro Woche ihre Pforten öffnen – und zwar immer donnerstags von 14.30 Uhr bis 18 Uhr. In dieser Zeit steht Angelika Köhler als hauptamtlich beschäftigte Ansprechpartnerin zur Verfügung. Persönlicher Kontakt vor Ort ist ebenso möglich wie der telefonische: 02065/700 96 75 oder 0163/79 69 427. Außerhalb der Öffnungszeiten läuft ein Band, das auch Ansprechpartner für Notfälle nennt.

Von der Stadt finanziert

Die Duisburgerin Angelika Köhler hatte sich zuvor schon für den Verein verdient gemacht. Zum einen als ehrenamtliche Helferin, aber auch als Fördermitglied. „Wir sind überzeugt, dass sie die nötige emotionale Intelligenz mitbringt, um auch schwierigste Gespräche mit den Betroffenen führen zu können“, sagt Hagemann.

SpezialseitenUnd die Probleme vieler Loveparade-Geschädigter sind nach wie vor vielschichtige: Manche suchen noch nach einem geeigneten Therapeuten oder Juristen. Andere, so Hagemann, hätten nach seelischen oder körperlichen Verletzungen sogar ihren Arbeitsplatz verloren und wollten neben konkreter Hilfe manchmal auch nur ihr Herz ausschütten. „Deswegen lautet meine Antwort auf die Frage, ob eine solche Kontaktstelle jetzt überhaupt noch nötig sei, immer: Mehr denn je!“, stellt Hagemann klar.

Finanziert wird die Kontaktstelle (Raummiete, Personal etc.) von der Stadt. „Der Anfrage sind wir selbstverständlich nachgekommen“, so Stadtdirektor Peter Greulich. Pro Jahr liegen die Kosten bei rund 50.000 Euro. Auch die Bezirksregierung habe keine Einwände geäußert, als sie über die Finanzierungspläne informiert wurde. Bei den künftigen Gedenkfeiern zum Jahrestag der Katastrophe will die Stadt den Verein unterstützen und ihren Anteil leisten. Das habe, so Greulich, „höchste Priorität“

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