Neue Gartenstadt mit Seeblick

Eines, wenn nicht das größte städtebauliche Entwicklungsprojekt der nächsten Jahre in Duisburg wird konkreter: Die Fläche des ehemaligen Ausbesserungswerks und Rangierbahnhofs in Wedau soll zu einem Wohn- und Wirtschaftsstandort entwickelt werden, der „in seiner Gesamtkonstellation einmalig über die Region hinaus sein wird“, sagte gestern Oberbürgermeister Sören Link.

Nach einem Jahr Arbeit steht der Rahmenplan für die rund 90 Hektar große und rund drei Kilometer lange Projektfläche: Auf 60 Hektar südlich der Wedauer Brücke zwischen Wedau und Bissingheim sollen bis zu 3000 Wohneinheiten – deutlich mehr, als die bisher genannten 1800 – und ein Nahversorgungszentrum mit Frischemarkt und Discountern entstehen. Ein 15 Meter hoher Lärmschutzwall wird das Wohnquartier vor dem Bahnlärm schützen. Der Wasserturm bleibt erhalten, der Seebereich weiter öffentlich zugänglich. Die 30 Hektar nördlich der Brücke Richtung Regattabahn sollen als „hochwertige“ Gewerbeflächen ausgewiesen und die denkmalgeschützte Richthalle zum „Campusquartier“ mit Büros für Ausgründungen und Start-Up-Unternehmen umfunktioniert werden. Das teilten gestern die Entwicklungspartner Bahn, Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW (BEG) und Stadt mit.

OB Sören Link geht davon aus, dass „2020 die ersten Bewohner einziehen können.“ Zugleich betont er aber auch, dass es ein langfristiges Projekt ist, für den es noch keinen genauen Zeit- und Finanzplan gibt. Wenn die politischen Gremien dem Rahmenplan zustimmen, soll das Planungs- und Baurecht zügig entwickelt werden – und nächstes Jahr vorliegen. Dann sollen Details erarbeitet werden.

Kleingärten werden verlagert

Parallel sollen in gut zwei Monaten die Vorbereitungsarbeiten an der Fläche beginnen, auf der noch 52 Kilometer Gleise und über 100.000 Kubikmeter Schotter liegen. „Der Bahnschotter ist aber nicht für den Lärmschutzwall geeignet, den braucht die Bahn zurück“, erklärt BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz.

Bevor die Arbeiten für das Wohnquartier beginnen können, muss zunächst die Kleingartenanlage verlagert werden. 150 neue Gärten sind an der Südspitze des Geländes vorgesehen. Die Hälfte der jetzigen Gartenbesitzer wollen ihre Parzelle wohl aufgeben. Auch der ETuS Wedau soll dort seine neue Sportstätte finden. Danach wird der Bau des Lärmschutzes folgen – auch damit 1500 Zauneidechsen, die auf dem Areal leben, in den Wall umgesiedelt werden können.

Das Seequartier mit Stadtvillen und einer Promenade wird das Herzstück des Projektes werden. „Es wird aber auch Einfamilienhäuser und sozialen Wohnungsbau geben“, betont Baudezernent Carsten Tum.

Zwischen Wedau und Bissingheim ist eine Brücke geplant, die einen eventuellen Haltepunkt der Westbahn ermöglicht und ein Brückenschlag zwischen beiden Stadtteilen ist. Mit dem neuen Wohnquartier wird sich die Einwohnerzahl in Wedau (rund 5000 Einwohner) wohl verdoppeln.

 
 

EURE FAVORITEN