Neue Abfallgebühren in Duisburg sorgen für Kritik

Svenja Aufderheide
Die neue Abfallgebührensatzung sogt bei einigen Bürgern für Kritik.
Die neue Abfallgebührensatzung sogt bei einigen Bürgern für Kritik.
Foto: WAZ FotoPool
Ein Immobilienbesitzer wirft den Duisburger Wirtschaftsbetrieben "Sittenwidrigkeit" vor, weil Mieter in Mehrfamilienhäusern mehr Abfallgebühren zahlen sollen. Für seine Mieter bedeutete die neue Strukturierung der Gebühren eine Steigerung von 45 Prozent.

Duisburg. Johannes Koffler ist sauer. Der Dinslakener besitzt und verwaltet in Duisburg mehrere Immobilien, darunter auch Mehrfamilienhäuser.

Für diese flattern bei ihm in letzter Zeit die neuen Abfall-Gebührenbescheide der Duisburger Wirtschaftsbetriebe auf den Schreibtisch und treiben ihm die Zornesröte ins Gesicht. Er habe prinzipiell ja nichts gegen Erhöhungen („gibt es bei Strom und Gas ja auch“), erklärt er im Gespräch mit der NRZ. Aber was die Wirtschaftsbetriebe da wollten, das sei „sittenwidrig“.

Abfallgebühr steigt um bis zu 45%

Hintergrund: Seit dem 1. Januar 2012 gilt in Duisburg eine neue Abfallgebührensatzung, bei der grundsätzliche Strukturen geändert wurden. So gelten nun ein Arbeitspreis von 46,92 Euro, der pro Wohnung entrichtet werden muss. Dazu kommen 2,69 pro Liter Abfall.

Der erstgenannte Arbeitspreis pro Wohnung ist es, der Johannes Köffer umtreibt. Denn der benachteiligt Mieter in Mehrfamilienhäusern, sagt der Immobilienbesitzer. Seine Rechnung: Für ein Vier-Parteien-Haus zahlten Köffers Mieter im vergangenen Jahr 279 Euro. In 2012 sollen sie nun 402,96 Euro zahlen, weil jetzt entsprechend der Wohnungsanzahl vier Mal der Arbeitspreis gezahlt werden muss. Das ist eine satte Steigerung von 45 Prozent, hat Köffer errechnet.

„Warum jetzt mehr gezahlt werden muss, ist den Mietern egal. Die sind einfach sauer“, weiß der Dinslakener aus Erfahrung. Es könne doch nicht angehen, dass Mieter in Mehrfamilienhäusern nun dermaßen zur Kasse gebeten werden, während die Bewohner von Ein-Familienhäusern weniger bezahlen müssten: „Das ist ungerecht.“

Änderung der Gebührenstruktur

Wirtschaftsbetriebe-Sprecherin Sarah Mdaghi kennt den Fall: „Der Bescheid ist rechnerisch richtig“. Man werde den Fall aber noch einmal prüfen. Prinzipiell gelte, dass es bei der Änderung der Gebührenstruktur Gewinner und Verlierer gäbe: „Das sind die zwei Seiten einer Medaille.“ Eines sei aber sicher: „Wir stecken uns Geld nicht in die Tasche.“ Das Gebührenaufkommen, so hatten es die Wirtschaftsbetriebe bei der Vorstellung des neuen Modells angekündigt, werde sich nicht erhöhen.

Größere Wohnungsunternehmen wie beispielsweise die auch in Duisburg tätige LEG wissen um die Änderung, kennen aber noch nicht die konkreten Zahlen. LEG-Sprecher Mischa Roman Blum: „Zurzeit prüft unser Kooperationspartner, die Firma Innotec, in welchem Ausmaß sich die neue Gebührenstruktur auf unser Vertragsverhältnis auswirkt. Leider liegen mir dazu zurzeit noch keine näheren Informationen vor.“

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