Netzwerk hilft Langzeitarbeitslosen

15 000 Duisburger zählen zu den Langzeitarbeitslosen. Bereits nach einem Jahr ohne Arbeit wird man dieser Gruppe statistisch zugerechnet. Gemeinsam macht sich das „Duisburger Netzwerk gegen Langzeitarbeitslosigkeit“ für Betroffene stark. Andrea Billeci ist eine von ihnen.

„Ich hätte selbst nie gedacht, dass ich mal langzeitarbeitslos werde“, gesteht Andrea Billeci. „Eigentlich war alles ganz normal bei mir. Zuerst habe ich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht und anschließend in diesem Bereich gearbeitet. Dann kamen die Kinder und 2005 haben wir uns mit einem Restaurant selbstständig gemacht.“ Knapp zehn Jahre bestand die Selbständigkeit. Danach musste sich die damals 50-Jährige arbeitslos melden. Ab Oktober 2014 wurde sie dann im Projekt Perspektive 50+ des Duisburger Jobcenters intensiv betreut. Andrea Billeci nahm an einem Bewerbercenter teil.

Da Andrea Billeci einen sehr motivierten Eindruck machte und wegen der langen Selbstständigkeit viel Menschenkenntnis mitbrachte, schlug ihre Arbeitsvermittlerin ein Vorstellungsgespräch bei Kötter Security, größtes Familien-Unternehmen der Sicherheitsbranche in Deutschland, in Duisburg vor. Andrea Billeci stellte sich dort vor, bekam eine Einstellungszusage unter der Voraussetzung, dass sie die Sachkundeprüfung für das Bewachungsgewerbe absolviert. Das Jobcenter finanzierte die sechswöchige Qualifizierung und jetzt ist Andrea Billeci als Sicherheitsmitarbeiterin bei Kötter fest angestellt.

„Ich bin sehr froh, dass ich doch noch eine berufliche Perspektive gefunden habe“, freut sie sich. Jörg Banemann, Betriebsleiter in der Niederlassung Duisburg des zur Kötter-Unternehmensgruppe gehörenden Westdeutschen Wach- und Schutzdienstes, erläutert: „Wir sind sehr zufrieden mit Frau Billeci. Sie verfügt über eine ausgesprochene Service-Orientierung, hohe Flexibilität, große Einsatzbereitschaft und ein gutes Einfühlungsvermögen im Umgang mit anderen Menschen, genau das benötigen wir im Sicherheitsbereich. Da spielt das Alter keine Rolle − ganz im Gegenteil profitieren wir von ihrer Erfahrung.“

60 Langzeitarbeitslose hat das Netzwerk in jüngster Zeit mit seinem Programm in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermitteln können. In dem Netzwerk arbeiten die Stadt Duisburg, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und der Unternehmerverband eng zusammen. Das Ziel ist es, Arbeitgeber zu finden, die bereit sind, auch Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. Im Rahmen der Initiative wurden Profilkarten mit Kurz-Lebensläufen von 200 Arbeitslosen erstellt, die je nach Branche an Duisburger Unternehmen weitergegeben werden. „Der Vorteil eines Netzwerkes liegt auf der Hand. Man ist miteinander im Gespräch, eventuelle Hindernisse können schnell und unbürokratisch aus dem Weg geräumt werden“, so Jobcenter-Sprecherin Katrin Hugenberg.

 
 

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