Duisburg

Netflix-Star aus Duisburg fährt mit dem Rad bis nach Peking – jetzt verrät er: „Wir hatten überhaupt keine Ahnung“

Duisburg: Der Netflix-Star gibt einen tiefen Einblick in seine unfassbare Fahrrad-Reise nach Peking.
Duisburg: Der Netflix-Star gibt einen tiefen Einblick in seine unfassbare Fahrrad-Reise nach Peking.
Foto: Max Jabs / Nono Konopka

Duisburg. Es ist eine unfassbare Reise: Max Jabs aus Duisburg und sein Kumpel Nono Konopka (heute beide 27) beladen ihre Räder, verabschieden sich von Freunden sowie Familie und fahren im September 2018 los – von Berlin bis nach Peking.

Sie sitzen bei Wind und Wetter auf ihrem Rad, kommen bei minus 20 Grad in ein Schneechaos, schlafen bei eisiger Kälte in einem Zelt, sind ein Dreivierteljahr unterwegs. Das alles machen sie, um in Kopperation mit einer Hilfsorganisation Spendengelder für den Bau einer Schule zu sammeln.

Vor Kurzem ist der Dokumentarfilm „Biking Borders“, der ihre vermutlich einmalige Reise zeigt, bei Amazon Prime und Netflix erschienen. Und im Gespräch mit DER WESTEN verrät der Netflix-Star Max Jabs: „Ich bin schwer beeindruckt.“

Duisburg: Mann fährt mit dem Rad bis nach Peking

Alles begann mit der Idee von Jabs und Konopka, nach ihrem Studium eine Radtour für den guten Zweck zu unternehmen – eine ziemlich große Radtour, genauer gesagt.

Nachdem sie mit einer Hilfsorganisation vereinbart hatten, dass sie mit ihrer Aktion Spendengelder sammeln, um eine Grundschule in Guatemala bauen zu können, packten sie die nötigsten Klamotten ein und begaben sich ins Abenteuer. Max Jabs aus Duisburg: „Wir haben Kleidung für jede Jahreszeit eingepackt, ein Zelt und Schlafsäcke.“ Außerdem dabei: Eine Axt, ein Topf, Besteck und zwei Tassen.

+++ Duisburg: Teenager-Mord in Lost Place! Junge (14) soll Freundin getötet haben – viele Fragen bleiben offen +++

Das erste besondere Erlebnis lässt dann auch nicht lange auf sich warten: In einem Wald in Sachsen nähert sich ihrem Zelt mitten in der Nacht plötzlich ein Wolf, der Vorfall endet aber glimpflich. In Kroatien herrscht zunächst Sommerwetter, die starke Hitze macht den Freunden zu schaffen. Zugleich nutzen sie aber auch das warme Wetter für den einen oder anderen Sprung ins Wasser, bevor ihr Zelt, das sie zwischen Felsen aufgeschlagen haben, fast vom Wind mitgerissen wird.

Immer dabei: Eine Kamera, sodass sie die Menschen über die soziale Netzwerke stets mit kleinen Videos an ihrem Abenteuer teilhaben lassen - und auf ihrer Spendenseite Geld spenden können.

Aber spätestens jetzt fragt man sich: Wie läuft ein Tag der beiden bei ihrer unfassbaren Reise eigentlich ab? Max erklärt: „Wir sind aufgestanden, haben gefrühstückt, uns gewaschen und das Zelt abgebaut.“ Dabei unterschätze man, wie lange das gedauert habe.

Meistens seien es zwei Stunden gewesen, bis sie losfahren konnten – das kurzfristige Ziel war dabei nicht immer bekannt: „Wir hatten überhaupt keine Ahnung, wo wir am Abend schlafen werden.“

„Mir war noch nie so kalt“

Sie geraten mit ihren Rädern schließlich in Sturmböen bis 100 km/h, kommen kaum voran. Damit beginnt allmählich das ungemütliche Wetter. „Dafür haben wir in den Balkanländern eine zunehmende Gastfreundschaft der Menschen wahrgenommen“, erzählt Max. Sie werden bei fremden Menschen zum Grillen eingeladen, picknicken mit einem Lkw-Fahrer.

Bis sie in Griechenland ankommen, ist es Winter. Dennoch schlafen sie bei frostigen Temperaturen weiter im Zelt. In der Türkei gibt es für die Männer dann den ersten Schnee, sie kommen mit ihren Rädern nur schwer voran.

Sie übernachten bei minus 20 Grad im Zelt, versuchen mit allen Klamotten, die sie haben, die Kälte zu überstehen. „Da habe ich mir gedacht: Warum eigentlich?“, erinnert sich Max zurück. Denn: „Mir war noch nie so kalt.“ Dafür haben die Abenteurer kurz vor Weihnachten bereits „die halbe Schule“ zusammen.

---------------

Mehr News:

---------------

Highlight der Reise: Der Iran

Nach sechs Wochen in der Türkei sind Max und Nono schließlich im Iran angekommen. Für den Duisburger Jabs ein einschneidendes Erlebnis: „Ich denke immer noch so stark daran.“ Der Iran sei besonders in Erinnerung geblieben, denn Auto- und Rollerfahrer hätten auf ihre Geschwindigkeit heruntergebremst, sich für sie interessiert.

Max sagt beeindruckt: „Uns wurde fast jeden Tag ein Schlafplatz angeboten.“ Und die Menschen hätten nie Geld verlangt. „Ich habe noch nie so viel Zeit mit wildfremden Menschen verbracht“, stellt er fest. Dabei hätten sie teilweise sogar über sehr intime Themen gesprochen, sagt er beeindruckt.

Ein Lkw-Fahrer nimmt sie schließlich auf einer offenen Ladefläche seines Fahrzeugs mit, wobei Max und Nono bei Schneefall fast zu erfrieren scheinen. Dann hält der Lkw-Fahrer an und bringt ihnen einen heißen Tee.

Währenddessen haben die beiden Männer nach gerade einmal fünf Monaten auf ihrer Reise schon Spendengelder von insgesamt 53.000 Euro erhalten – damit konnte der Bau der Schule bereits starten.

---------------

Das ist Netflix:

  • Netflix ist ein US-amerikanisches Medienunternehmen
  • Es wurde an 29. August 1997 gegründet
  • Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Los Gatos (USA)
  • Mehr als 8.500 Menschen arbeiten für Netflix

---------------

Bis sie in China angekommen sind, vergehen insgesamt etwa neun Monate. Sie haben nicht nur Peking erreicht, sondern haben auch noch Geld für eine zweite Schule gesammelt.

Dritte Schule geplant

Die beeindruckende Reise ist jetzt in einem eineinhalb-stündigen Dokumentarfilm bei Netflix und Amazon Prime zu sehen und gibt einen tiefen Einblick in die Erlebnisse von Max und Nono. Gleichzeitig fließen durch die Veröffentlichung weitere Spendengelder: Am 2. März liegt der Spendenstand bei 27.500. „Ich bin schwer beeindruckt“, sagt der 27-jährige Max fassungslos. Wenn ausreichend Geld zusammenkommt, will er mit seinem Kumpel tatsächlich sogar den Bau einer dritten Schule in Guatemala planen.

Bis dahin haben Max und Nono in Deutschland wieder ein scheinbar ganz normales Leben. Max entwickelt Grafiken und Videos, Nono leitet einen Podcast und hat am Montag sein Buch „Lektionen für ein richtig gutes Leben“ herausgebracht.