Neonazis: Pegida bittet Polizei um Hilfe

Die wöchentlichen Kundgebungen der Pegida in Duisburg werden zunehmend von Neonazis aus Dortmund dominiert. Jetzt bittet Pegida sogar die Polizei um Hilfe.

Die Pegida-Demonstrationen in Duisburg wird Woche für Woche augenscheinlich und auch nach Polizeiangaben immer mehr von rechtsradikalen Strömungen unterwandert. Am vergangenen Montag war Sebastian Nobile, der bei den ersten Demonstrationen als Frontmann versucht hatte, den Kundgebungen einen Hauch Bürgerlichkeit zu geben, gar nicht mehr zugegen. Seine Abgrenzungsversuche an die Dutzenden Rechtsradikalen, die von Anfang an zum Stammklientel der Pegida-Demonstrationen gehören, verhallten aber ohne sichtbare Wirkung.

Auch vergangenen Montag: Während sich Nobile-Nachfolger Carta-Probach den Demonstranten mit den Worten: „Ich bin Halbitaliener und stolz darauf“ vorstellte, schallte es immer wieder lautstark „Ausländer raus“ zurück, wohl aus dem Kreis der angereisten Dortmunder Neonazi-Szene. Zwischenzeitlich drohte die Situation während des „Pegida-Spaziergangs“ zu eskalieren, als eindeutig rassistisch-antisemitische Parolen erschallten.

Nach der Demonstration forderte der Dortmunder Michael Brück, stellvertretender Landesvorsitzender der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ am offenen Mikro der Pegida-Demo schließlich „Toleranz für Rechte“. Ein zweiter Redner der Partei wollte ebenfalls ans Mikro. Pegida verhinderte dies aber.

Jetzt wird es den Pegida-Organisatoren offenbar zu braun: Am Dienstag erklärten sie auf ihrer Facebookseite unmissverständlich, dass „Die Rechte“ aus Dortmund und ihr stellvertretender Landesvorsitzende Michael Brück bei den Demos in Duisburg „nicht willkommen“ sind. „Hiermit laden wir euch offiziell aus“, heißt es weiter. Die Pegida-Organisatoren wollen nach eigener Aussage die Polizei um Hilfe bitten, um die Dortmunder Neonazis von ihrer Demo fernzuhalten.

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