Nachbarn und Geschäftsleute sind genervt von Pegida-Demos

Dorota Kaczmarzewska, Mitarbeiterin im "Mamma Leone" an der Mercatorstraße.
Dorota Kaczmarzewska, Mitarbeiterin im "Mamma Leone" an der Mercatorstraße.
Foto: Lars Fröhlich/Funke Foto Services
Kein Durchkommen für Nachbarn, Pendler und Kunden. Erste Stimmen werden laut, dass die Kundgebungen zu einem anderen Ort verlagert werden sollen.

Duisburg.. Zwei Wochen hat Pegida montags die Innenstadt und den Bereich rund um den Hauptbahnhof lahmgelegt. Geschäftsleute, Nachbarn und Pendler sind genervt. „Ich habe es satt, dass meine Busse nicht fahren, wenn ich von der Arbeit nach Hause will“, schreibt eine Leserin.

Panagiota Karra, Inhaberin des „Parga Grill“ an der Friedrich-Wilhelm-Straße, sagt: „Wenn das so weiter geht, können wir dicht machen.“ Abends ordern viele Leute nochmal Pommes-Currywurst oder Pizza. „Es kommen schon weniger Leute, wenn sich die Polizei rund um den Hauptbahnhof aufbaut.“ Sie haben nichts gegen Demonstrationen, aber eben nicht jeden Montag vor der Haustür.

Polizei nimmt Anwohnerbeschwerden auf

Die Polizei weiß um die Belastung, überlegt, ob es nicht andere Standorte für die Demo geben würde. Allerdings: „Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut – und auch an anderer Stelle würden wir Anwohner stören“, erklärt Polizeisprecherin Daniela Krasch. Die Genehmigungen würden von Woche zu Woche erteilt, einzelne Anwohnerbeschwerden werden aufgenommen, reichen aber eben nicht, um direkt den kompletten Aufmarsch zu verlegen.

McDonald's am Hauptbahnhof verkaufte seine Burger diesmal am Fenster – die Eingangstüren wurden abgesperrt, die Polizei sicherte die Eingänge am Bahnhof. „Wir dürfen erst wieder öffnen, wenn alle Demonstranten abgezogen sind, wir profitieren gar nicht“, erklärt Inhaber Markus Schröpfer verärgert. „Ich hoffe, dass sich das totläuft, wir Gewerbetreibenden am Hauptbahnhof haben es ohnehin schwer.“ Auch Ingrid Stark, Geschäftsführerin eines Taschengeschäfts am Salvatorweg, klagt über Umsatzrückgang. „Vor unserer Tür parkten zahlreiche Mannschaftsbusse der Polizei, da haben einige Kunden Angst, in die Stadt zu kommen.“ Schließen könne sie allerdings nicht, für den Fall, dass doch jemand vorbeischaut. Immerhin hat sie einen Weg gefunden, die Polizeisperren zu umfahren und ist gut nach Hause gekommen.

IHK sieht Probleme bei eigenen Veranstaltungen

Ähnlich ging es auch den Mitarbeitern der Industrie- und Handelskammer (IHK) die ihren Sitz an der Mercatorstraße hat. „Wir haben flexible Arbeitszeiten. Schwierig wird es nur, wenn wir Veranstaltungen haben und die Teilnehmer von auswärts anreisen müssen“, so IHK-Sprecher Alfred Kilian.

Beim benachbarten Italiener Mamma Leone kehrten ein paar Gäste ein. „In der vergangenen Woche mussten wir die Jalousien runterlassen, aber diesmal war es nicht so schlimm“, schildert Mitarbeiterin Dorota Kaczmarzewska.

Das „Forum“ hatte seine Pforten ganz normal geöffnet und spürte keine Auswirkungen. Centermanager Nidal Sadeq glaubt nicht, dass die Leute Duisburg wegen der Demonstrationen meiden werden. „Das ist vielleicht ein punktueller Rückgang. Aber, wer etwas kaufen möchte, kommt dann zu einem anderen Zeitpunkt in die Stadt.“

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